Tag des Buchliebhabers

Heute, am 9. August, dem Tag des Buchliebhabers, beginne ich – ich weiß nicht, zum wievielten Male – die Lektüre von E. T. A. Hoffmanns Das fremde Kind.
Diesmal begleitet mich eine besonders schöne, inzwischen mehr als hundert Jahre alte bibliophile Ausgabe: erschienen um 1921/22 im Wiener Verlag Paul Knepler, Wallishaussersche Buchhandlung, und ausgestattet mit zehn Original-Lithographien des Wiener Künstlers Ernst Huber.
Das winzige Bändchen, kaum größer als eine Handfläche, ist schon für sich ein kleines Kunstwerk. Besonders schön sind Hubers dunkelbraun gedruckte Lithographien: geheimnisvolle, fast traumartige Bilder, in denen die Grenzen zwischen Wald, Nacht, Wirklichkeit und Phantasie ebenso unsicher werden wie in Hoffmanns Märchen selbst.
Einen schöneren Anlass, Das fremde Kind wieder einmal aufzuschlagen, kann es für einen Buchliebhaber eigentlich kaum geben.

(Bernd Hesse, Erstveröffentlichung siehe hier)

neue Vereinspostkarte des Berliner Bibliophilen Abend

Aus Anlass der Teilnehme des Berliner Bibliophilen Abend am Gedenken an die Bücherverbrennung auf dem Berliner Bebelplatz entstand 2025 eine erste Postkarte, um diese bibliophile Vereinigung stärker in öffentliches Licht zu rücken. Diese Postkarte, auf welcher aktuelle Jahresgaben und solche zum Stiftungsfest abgebildet waren (Karte unten), ist inzwischen fast vergriffen.
In Vorbereitung auf die, im September 2026 im Kronprinzenpalais stattfindenden Rare Books Berlin, an der auch der Berliner Bibliophilen Abend teilnimmt, gibt es nun eine zweite Postkarte, die auf dieser internationale Messe für Bücher & Graphik an Interessenten verteilt wird. Das Motiv entstand diesmal nicht direkt am heimischen PC, sondern wurde, man geht ja mit der Zeit, einer KI in Auftrag gegeben und am PC nur noch leicht nachbearbeitet (Karte oben).

Herzlichen Glückwunsch

Dr. Jens Ziegler anlässlich eines Treffens des BBA in der Corvinus-Presse, Mai 2014
Dr. Jens Ziegler, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend, dem er von 2013 bis 2023 vorstand, feiert heute, am 6. Aug., seinen 67. Geburtstag.

Herzlichen Glückwunsch!

Berliner Feuilletons zum Wochenende


Der Postbote brachte mir soeben ein Päckchen von Ulrich Goerdten, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend, passend zur gerade beendeten Lektüre des Bandes „Alte und neue Berliner Grabsteine“ des Wochenpost-Feuilletonisten Heinz Knobloch. 
Die „Plaudereien über Berliner Alltag und Berliner Politik“ von Julius Stettenheim mit Feuilletons aus der „Tribüne“ der Jahre 1876 bis 1880, 575 Seiten, druckfrisch in der Edition Schwarzdruck erschienen, kommen gerade richtig an diesem verregneten Wochenende.

Edition Schwarzdruck, Gransee 2026
Gestaltung und Satz aus der Adobe Garamond: Marc Berger
ISBN 978-3-96611-088-4

Das illustrierte Wörterbuch des Buches

Bibliophiles des Monats ist diesmal ein Buch, welches Bibliophilie selbst zum Thema hat: das „Wörterbuch des Buches“ in einer illustrierten Neuausgabe der Favoritenpresse.

Sicher hat fast Jeder, der in irgendeiner Weise mit dem Buch zu tun hat, diesen Titel, entweder in der 1. Auflage von Helmut Hiller, die bei dem inzwischen erloschenen Verlag Vitttorio Klostermann 1954 erschien, oder in einer späteren, mit Stefan Füssel (der seit 2024 alleiniger Rechteinhaber ist) überarbeiteten Auflage in seiner Bibliothek.
Die im August zum Bibliophilen des Monats gekürte Ausgabe wird jedoch nicht nur als Standardwerk oder wegen der erneuten Überarbeitung und Ergänzung mit Begriffen computergestützter Herstellung und Vertrieb von Büchern interessant, sondern vor allem durch die Gestaltung, die dem Buchinhalt nun auch eine adäquate Form gibt.
Das mag vermutlich auch der Grund sein, dass dieses Wörterbuch mehr ist als ein bloßes Nachschlagewerk. Man möchte die genaue Bedeutung eines Begriff nachlesen oder einfach nur schauen, ob ein selten gebrauchtes Wort aufgeführt ist, bleibt an den Illustrationen hängen, blättert in diesem Fachbuch herum und merkt erst nach einiger Zeit, dass man dabei ist, ein Lexikon wie einen Roman von vorn bis hinten zu lesen. Was gibt es für ein größeres Lob für diese Ausgabe eines Wörterbuches!
Abb.: Line Moerath, Taschenbuch
Bodo von Hodenberg, selbst Mitglied bibliophiler Gesellschaften wie dem Berliner Bibliophilen Abend, betont, dass für ihn und seine Favoritenpresse das „schöne Buch … aus Text und Illustration“ besteht, „in dieser Kombination erst vermittelt sich … die Leichtigkeit und die ‚Wirkung auf die Sinne‘“. Diese Aufwertung ist in hohem Masse gelungen und wurden von 24 Graphikern, darunter Cäcilie Hoff, die die Gestaltung übernahm, illustrativ beigesteuert, unter künstlerischer Leitung und konzipiert von Jakob Hinrichs und mit Pantone-Farbe auf 115gsm Munken white gedruckt.

Stefan Füssel, Das illustrierte Wörterbuch des Buches
8. erneut überarbeitete und neugestaltete Ausgabe 2026
auf der Grundlage des „Wörterbuch des Buches“ von Helmut Hiller 1954 - 1991