Die erste Werkausgabe von
Bertolt Brecht erschien bei
Malik in London und war als vierbändige Ausgabe in Groß-Oktav vorgesehen. Die ersten beiden Bände lagen 1938 in zweitausend Exemplaren vor, gedruckt bei
Heinrich Mercy in Prag. Band 1 enthält auf 334 Seiten „
Die Dreigroschenoper“, „
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonnyׅ“, „
Mann ist Mann“ und „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“, ursprünglich in Englischer Broschur mit Schutzumschlag, gemeinsam mit Band 2 (397 Seiten) in Leinen gebunden.
Diese vierbändige Ausgabe war eine der letzten Unternehmungen des
Malik-Verlags im Exil. Die Bände 3 und 4 sind nicht mehr erschienen, sie waren in Prag im Druck und zum Teil sogar schon beim Buchbinder, als sie den in das Sudetengebiet einmarschierenden Hitlertruppen in die Hände fielen und vernichtet wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in beiden deutschen Staaten diverse Brecht-Ausgaben in Angriff genommen.
Suhrkamp brachte die Werke Brechts zwischen 1952 – 1976 als 40bändige Taschenbuch-ausgabe heraus, 1967 als „
Gesammelte Werke“ in 8 Bänden im Format gr. 8° als Dünndruckausgabe mit Lesebändchen, Leinen mit SchU im Schuber, der Satz in Linotype Garamond-Antiqua, Druck
Friedrich Pister, Regensburg, Papier:
Schoeller & Hoesch, Gernsbach.
Diese „
Gesammelte Werke in 8 Bänden“ die als Sonderdruck am 10. Februar 1968 aus Anlass des 70. Geburtstages von
Bertolt Brecht im
Modernen Buch-Club in Darmstadt in identischer Dünndruck-Ausgabe erschienen, wurden diesmal als
Bibliophiles des Monats gewählt, sie enthalten in Anlehnung an die von
Wieland Herzfelde gestalteten Ausgabe von 1938 in Leinen gebunden auf ca. 13.000 Seiten im Unterschied zur 1967ger Auflage keine Lesebändchen oder SchU, die Auflagenhöhe ist nicht dokumentiert.
Der Moderne Buch-Club Darmstadt (MBC) wurde 1958 als Ableger der 1924 etablierten Deutschen Buch-Gemeinschaft (DBG) gegründet, in den 1970ger Jahren wurden er wieder in die DBG eingegliedert. Er stellte ein bedeutendes Beispiel für Nachkriegs-Buchgemeinschaften dar, die durch Mitgliederbindung, Spezialprogramme und eigene Publikationen den literarischen Zugang für ein breites Publikum förderten, insbesondere für kritische Leser und Liebhaber avantgardistischer Literatur.
Als derzeit gültige Ausgabe des Gesamtwerks Bertolt Brechts gilt, das sei angemerkt, übrigens die „Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. 30 Bände in 32 Teilen und Registerband.“