Buchpatenschaft der SBB, Juni 2026

Polgar, Alfred Geschichten ohne Moral
Zürich, Oprecht Verlag, 1943
Alfred Polgar (1873 – 1955) war ein österreichischer Schriftsteller, Aphoristiker, Kritiker und Übersetzer und ist einer der bekanntesten Autoren der Wiener Moderne.

Die im zu restaurierenden Band versammelten kurzen Erzählungen erschienen in dem Oprecht Verlag, in dem viele Exilautoren eine Möglichkeit für Veröffentlichungen fanden, mit dem Hinweis: Dieses Buch wurde in einer ersten Auflage von 800 nummerierten Exemplaren hergestellt. Dieses Exemplar trägt die Nummer: 39.
Der Band stellt eine Auswahl aus acht früheren Büchern des Autors dar, die vergriffen und teilweise verbrannt sind. Viele Stücke erscheinen hier teilweise in geänderter Form. Einige bisher nicht veröffentlichte sind hinzugekommen.

Nötige Reparaturen: Einbandrestaurierung
Kalkulierte Kosten: 125 €

Digitalisat der ZLB

Das Digitalisat des Monats Juni 2026 der Zentral- und Landesbibliothek Berlin ist „Die Entdeckung Berlins“ von Henry F. Urban.
Digitalisat aufrufen durch Klick auf die Abb.
Henry F. Urban schildert in seinem 1911 erschienenen Buch das Berlin der Kaiserzeit – mit Humor, scharfem Blick und Zeichnungen von Paul Haase. Straßen, Cafés und Amtsstuben werden so zu einem lebendigen Porträt der Metropole um 1910.
Das Exemplar aus dem Bestand der ZLB hat jedoch eine belastete Geschichte: Die Zugangsnummer „J 446“ weist darauf hin, dass der Band 1943 aus einem Ankauf der Berliner Stadtbibliothek stammt – mit Büchern aus den Wohnungen deportierter Berliner Jüdinnen und Juden. Damit ist er ein Beispiel für NS-Raubgut.

„Hauptmann ist schuld!“

Die Pirckheimer-Gesellschaft und der Berliner Bibliophilen Abend luden zu einer Veranstaltung des Kulturhistorischen Vereins Friedrichshagen zum Gerhart Hauptmann-Tag aus Anlass seines 80. Todestages ein.
Stefan Rohlfs, Direktor des Hauptmann-Museums in Erkner in der Ausstellung
Hauptmann ist schuld!“ – so heißt die Ausstellung, die im Antiquariat Brandel eröffnet wird. Im Zentrum der Veranstaltung standen die gegenseitigen Beziehungen zwischen Gerhart Hauptmann und dem Friedrichshagener Dichterkreis. Programmpunkte waren eine Lesung mit Gabriele Streichhahn sowie ein Vortrag von Lars-Broder zu Wilhelm Spohrs Versuch, ab 1946 ein Dichterkreis-Museum zu initiieren. Dabei ist auch Stefan Rohlfs, Museumsdirektor des des Hauptmann-Museums in Erkner.

BUCHSALON #10: Nora Schattauer

In der Veranstaltungsreihe „Buchsalon | Bühne frei für das Buch!“ der Kunstbibliothek sprechen Maren Wienigk, Kuratorin der Sammlung Architektur und Ornament, und Michael Lailach, Kurator der Sammlung Buchkunst, mit Gästen über neue und alte Bücher.
Nora Schattauer, Blaue Bücher, Ateliereinblick, 2026 © Nora Schattauer
Der zehnte Gast ist die Künstlerin Nora Schattauer. Sie arbeitet zeichnerisch und malerisch auf Papier. Ihre Arbeit ist eine Verbindung von ästhetischer Praxis und Erkenntnispraxis. Auch in der Variation des Ähnlichen zeigt sich – von einem reichen Bewegungsmoment erfüllt – eine große Unterschiedlichkeit. In ihren Büchern und Heften verbinden sich Wort und Bild, sprachliche Notate und experimentelle Zeichnung mit Farbstoffen und Durchdrucken durch Kohlepapier. Mit jedem Buch und Heft eröffnen sich neue Reflexionen über eine ungewöhnliche Bildsprache, über abstrahierte Naturformen und die Möglichkeiten ihrer künstlerischen Darstellung.

11. Juni 2026, 20 Uhr
Kulturforum
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

100 Beste Plakate 25

Der Wettbewerb „100 Beste Plakate D A CH“ feiert dieses Jahr sein 25. Jubiläum. 2001 wurde er im Zusammenschluss der drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz neu gegründet.

2026 wurden 2.297 Einzel- und Serienplakaten des Vorjahres von 676 Studios und Gestaltern eingereicht, wobei das Kulturplakat stark vertreten ist.
Die Jury prämierte 30 Arbeiten aus Deutschland, 62 aus der Schweiz und 8 aus Österreich, von Auftragswerken bis zu studentischen Projekten. Gestalterisch zeigt sich 2025 als ein selbstbewusster Jahrgang, der in minimalistischer Typografie und Schwarz-Weiß ebenso überzeugend auftritt wie in großen Bildgesten und expressiven Farbkonstellationen.

Zur Ausstellung erscheint das Jahrbuch
„100 Beste Plakate 25 D A CH“, Slanted Publishers,
Gestaltung: Ira Ivanova und Lou Hillereau (Berlin)
Dabei hat man sich nicht nur auf formalästhetische Qualitäten konzentriert, sondern auch ein Schlaglicht auf gesellschaftskritische Inhalte gesetzt: Es wird in kräftigen Lettern und lauten Farben zum Umdenken und Widerstand aufgefordert, für Menschenwürde und queere Rechte protestiert, Mut zur Wut gemacht. Das gut gestaltete Plakat zeigt wieder seine Kraft als politischer Botschaftsträger.

Faszinierend ist auch die Fülle an (analogen) Materialien und Techniken, die Eingang in die (digitale) Plakatgestaltung finden:
Von Stroboskop-Bildern aus Olivenöl, Schmutz und Kreide über Fingerschrift in Tusche bis hin zu Pen-Plottern. Eine Plakatserie arbeitet mit Kressesamen, um „Unsere Klimaziele“ in ein lebendiges Bild zu übersetzen. Beim Drucken kommen Risografie und Siebdruck ebenso zum Einsatz wie Kraftpapier und Glanzlacke.

Die „100 Besten Plakate 25“ werden bei freiem Eintritt am Kulturforum präsentiert, danach gehen sie auf Tournee in Deutschland, Österreich, der Schweiz, sowie in Korea und an weitere Orte.

12. Juni - 05. Juli 2026
Kunstbibliothek am Kulturforum
Matthäikirchplatz 6
10785 Berlin

Deutschland, Deutschland über alles

Das Bibliophile des Monats Juni, „Deutschland, Deutschland über alles: ein Bilderbuch. Von Kurt Tucholsky und vielen Fotografen. Montiert von John Heartfield.“, erschien 1929 im Neuen Deutschen Verlag in Berlin. Es zählt, als gesellschaftskritisches Werk mit rund hundert Foto-Text-Montagen, zu den bekannteren Werken Kurt Tucholskys. Im Buch werden dessen Texte u.a. mit Fotomontagen von John Heartfield, der am 19. Juni vor 135 Jahren geboren wurde, kombiniert, wobei die Texte die Abbildungen nicht einfach erläutern, sondern die Fotografien umdeuten oder kritisch kommentieren.
Neuer Deutscher Verlag, Berlin 1929 (1. - 20. Tausend, 1. Aufl.)
Als Präambel ist dem Buch Zitat von Friedrich Hölderlin vorangestellt: „So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden. Demütig kam ich, wie der heimatlose blinde Oedipus zum Tore von Athen, wo ihn der Götterhain empfing; und schöne Seelen ihm begegneten – Wie anders ging es mir!
(Friedrich Hölderlin: Hyperion, Kapitel 67: Hyperion an Bellarmin)

Die Themen, die Tucholsky in seinem Buch anspricht, beziehen sich vor allem auf die damalige politische und gesellschaftliche Situation Deutschlands. Der Weltkrieg war 1918 zu Ende gegangen, die Revolution von 1918/19 war gescheitert, die Inflation war erst gerade abgeflaut. Die finanziellen und psychologischen Auswirkungen dieser Ereignisse prägten die deutsche Gesellschaft, die Demokratie steckte noch in den Kinderschuhen. Die Gesellschaft war geteilt durch starke soziale Gegensätze und Militarismus, wie auch ein überbordender Nationalismus waren immer noch an der Tagesordnung.
Obwohl sogar der Börsenverein der Deutschen Buchhändler versuchte, ein Boykott des Buches durchzusetzen und Anzeigenwerbung für den Titel ablehnte, worauf er sicher nicht stolz sein kann, und das Buch in der Weimarer Republik zu den umstrittensten Publikationen zählte, wurde es in den ersten zehn Tagen über 12.000-mal verkauft - bis heute wurde das inzwischen weltweit in vielen Sprachen erschienene Buch allein in Deutschland in mehr als 100.000 Exemplare gedruckt, so bereits 1929 als Lizenzausgabe parallel als Universum-Bücherei, bei Rowohlt ab 1964 und später als Taschenbuch, sowie in großen Auflagen in Verlag Volk und Welt in der DDR.

Von Tieren und anderen seltsamen Wesen


24. Juni 2026, 20 Uhr
Reha-Zentrum Seehof
Lichterfelder Allee 55, 14513 Teltow

ein Ausflugstipp

© Annette Hauschild, Agentur OSTKREUZ
Mit einem Konzert des BuWa Orchesters unter der Leitung von Sebastian Bade wird in Waldsieversdorf, östlich von Berlin in der Märkischen Schweiz gelegen, mit Blasmusik und Big Band Swing aus Anlass von Wieland Herzfeldes 130. Geburtstags eine neue Ausstellung mit John Heartfields Fotomontagen und Herzfeldes Kommentaren eröffnet.
Manfred Dietrich (Autor und Regisseur) wird im Gespräch mit Ronald Weber (Autor und Literaturwissenschaftler) über das Duo Heartfield und Herzfelde sprechen und die Ausstellung, die von erstaunlicher Aktualität ist, eröffnen. Die Ausstellungstafeln gestalteten Astrid Landsmann und Sabine Frost.
Berliner Bibliophile besuchten das Heartfield-Haus im Rahmen der Jahresexkursion vor 7 Jahren
31. Mai 2026, 15 Uhr

Freundeskreis John Heartfield Waldsieversdorf e.V.
Heartfield Haus, 15377 Waldsieversdorf

„Schlaf der Vernunft“

Die Ausstellung „Schlaf der Vernunft“ lädt zu einer verrückten Auseinandersetzung mit einem der ältesten und vielfältigsten Themen der Menschheitsgeschichte ein. „El sueño de la razon produce monstruos“, heißt es bei Goya: „Der Schlaf der Vernunft bringt Ungeheuer hervor.
Ungeheuer – also schreckliche, spukhafte, gespenstische, grausige Geschöpfe – begleiten die künstlerische Reise durch die Innen- und Außenwelten von acht Künstlern, die dieses gruselige Phänomen aus subjektiven Perspektiven erkunden:
Claudia Arndt | Martin Bartels | Julienne Jattiot | Susann Pönisch | Nadine Respondek | Thomas Siemon | Steve Viezens | Magda Voerster,
Der Begriff „Monstrum“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „Wunder“ oder „Missbildung“. Historisch wurde das Ungeheuer als Anomalie betrachtet, die das Bekannte sprengt und zugleich fasziniert. In der Kulturgeschichte sind Monstren Symbole für das Unbekannte, das Unerklärliche und das Angst-Einflößende, aber auch für das Staunen über die Vielfalt des Lebens.

Die teilnehmenden Künstler nähern sich dem Thema auf äußerst unterschiedliche Weise – von figurativen Darstellungen bis hin zu abstrakten Installationen. Dabei reflektieren sie nicht nur die historischen Bedeutungen, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Fragen rund um Identität, Andersartigkeit und Angst. Die Ausstellung lädt dazu ein, in eine Welt voller Wunder und Kuriositäten einzutauchen und die vielschichtige Faszination schräger Gestalten und wilder Welten zu entdecken sowie den Tönen aus fernen Galaxien zu lauschen.

Eröffnung: 30 Mai 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 30. Mai - 20. Juni 2026

neurotitan
Rosenthaler Str, 39, 10178 Berlin

Frohe Pfingsten ...

... wünscht der Berliner Bibliophilen Abend allen Lesern dieses Blogs mit diesem Gruß unseres Mitglieds Bernd Friedrich, gedruckt mit historische Bleilettern sowie Klischees im experimentellen Handdruck.

Atelierbesuch bei corn.elius

Platzbedingt konnte corn.elius nur 12 Berliner Bibliophile in seinem Atelier empfangen, um über die Geschichte seiner Werkstatt und seines Verlags, sowie seines Werdegangs als Künstler und die Technik des Siebdrucks zu berichten.
Den Siebdrucks perfektionierte corn.elius, ursprünglich Plakatmaler in Pforzheim, in seiner dortigen Werkstatt in einem Wasserturm, wo nach zwei Wasserschäden auch der einprägsame Name „wasser im turm“ entstand, später war sein Atelier im Berliner Bethanien, dem Ort der von ihm gemeinsam mit Hanneke van der Hoeven veranstalteten artbook.berlin beheimatet und hat nun wieder in einem ein Wasserturm in Kreuzberg seinen Sitz, zugleich ein Verlag, in dem er eigene und Künstlerbücher mit Anderen verlegt. einer Werkstatt mit Kindern und einer „Galerie“, genauer einem Schaukasten mit einer wöchentlich wechselnden Grafik.
Und corn.elius präsentierte den Teilnehmern seine Arbeit als Künstler und Drucker und, obwohl einigen diese Technik keineswegs fremd war, lernten die Teilnehmer des Abend doch Neues zur Entwicklung vor Allem hinsichtlich der Farben, die heutzutage zur Verfügung stehen, aber auch zur experimentellen Umsetzung dieser Drucktechnik.
corn.elios, Fotos © ad
Als besonderes Erinnerungsstück nahmen die Anwesenden einen Probedruck aus einem im Entstehen begriffenen Buch zu Berliner Sehenswürdigkeiten mit, eine in einer 12er Auflage andersfarbig als in der entgölzigen Variante gedruckte Silhouette des Pergamon-Museums, noch ohne geplante Einfärbung von Wasser und Himmel und natürlich signiert.  
(weitere Fotos auf der Veranstaltungsseite des Berliner Bibliophilen Abend).

Ballspenden

Buch des Monats Mai 2026 der AG Sammlung Deutscher Drucke der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig ist eine „Ballspende“, ein im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke hat die Staatsbibliothek zu Berlin jüngst erworbenes handliches kleines Heft, das in jede Jackentasche passt: die Secessionistische Zeitung vom 17. April 1899, erschienen in Wien im Verlag des Wiener Journalisten- und Schriftsteller-Vereines „Concordia“.
„Ballspenden“ haben nichts mit Sport zu tun, sondern mit Festen und Tänzen! Bei einem Tanzball wurde die sogenannte Ballspende vom Veranstalter an die anwesenden Damen überreicht, eine Vorform des Werbegeschenks, allerdings in einer höchst kultivierten Form. Die Blütezeit der Ballspenden war in Wien – wo auch sonst?! – um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Der Inhalt besteht aus satirischen Prosatexten und Gedichten, die auf aktuelle, vor allem literarische Ereignisse Bezug nehmen. Schließlich wurde dieser Ball vom Journalisten- und Schriftsteller-Verein veranstaltet. Der Verein wurde 1859 gegründet und veranstaltet seit 1863 und bis heute regelmäßig seinen Concordia-Ball.
Worauf es aber eigentlich bei einer Ballspende ankommt, das findet sich hier ganz hinten auf dem letzten Blatt: Die Tanzkarte.
Diese Tanzkarte ist Ursprung und Hauptsache der Ballspende: Es handelt sich um eine Liste der Tänze, die bei dem Ball gespielt werden. Daneben ist Platz gelassen zum Eintragen der Herren, die den jeweiligen Tanz gewährt bekommen haben.
Diese Tanzkarte schafft der Dame nun ein ganz praktisches Problem: Wohin mit der Karte, woher einen Stift nehmen?
Deshalb haben sehr viele Ballspenden gleich alles dabei: Neben der Karte noch einen kleinen Bleistift und einen Haken zum Anhängen am Kleid.

Im Kulturwerk der Staatsbibliothek zu Berlin kann man derzeit Ballspenden im Original bestaunen oder virtuell hier.

(Silke Trojahn)

Staatsbibliothek zu Berlin / Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Erinnerung an Werner Klemke

Werner Klemke (1917-1994), Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, Kunstprofessor und ein toller Vater mit 5 Kindern.
Allein seine Buchgestaltung umfasst weit über 800 Titel. Dazu gehören Klassiker der Weltliteratur wie das »Decamerone«, die »Canterbury Tales«, »Fredmanns Episteln« oder die »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«, aber auch viele zeitgenössische Autoren, über 400 Titelbilder für das Magazin, Briefmarken, Theaterplakate, Prospekte, Bühnenbilder, Figurinen, Filmplakate, Abziehbilder, Entwürfe für Bleiverglasungen ...
Besonders bekannt sind seine Illustrationen von Kinderbüchern und -zeitungen: »Die Hausmärchen der Brüder Grimm«, »Hirsch Heinrich«, »Das Wolkenschaf«, die »Trommel«, »ABC-Zeitung«, sowie von Schulbüchern und der Fibel.Ausstellungseröffnung: 6. Juni 2026, 14 Uhr, in Anwesenheit seiner Tochter Christine Klemke

Bürgerbüro BSW Landesverband Berlin Pankow
Bizetstr. 124, 13088 Berlin

Linke Buchtage Berlin

Seit 2003 findet sich im Kreuzberger Mehringhof in Berlin Raum für Bücher von linken unabhängigen Verlagen. Der Stand des MaroVerlags unseres Mitglieds Sarah Käsmayr freut sich auf Euren Besuch.

Öffnungszeiten der Verlagsstände: 29.–31. Mai 2026
Fr 17:30–22 Uhr, Sa 11:30–21:30 Uhr, So 11:30–18 Uhr

Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 2. Hinterhof, 10961 Berlin



Veranstaltung


Katharina Lux stellt im Gespräch mit Alexandra Ivanova im Rahmen der Linken Buchtage das Heft »Es ist kompliziert« vor:

Sa, 30. Mai 2026, 14 Uhr



Mehringhof, Gneisenaustr. 2a,
2. Hinterhof, 10961 Berlin
SFE, Raum 2
Mehr Informationen

E.T.A. Hoffmann-Vortrag im Kleist Museum

Der aus Anlass des Erscheinens der zweiten Auflage des Titels der Frankfurter Buntbücher 57 am 12. Mai 2026 im Kleist-Museum gehaltene Vortrag von Jörg Petzel, dem ehemaligen stellvertretenden BBA-Vorsitzenden, kann ab sofort auf der Seite des Berliner Bibliophilen Abend durch Klick auf die obige Abb. nachgelesen werden.

Christian Ewald (1949 - 2026)

Christian Ewald ist in der Nacht vom 8. zum 9. Mai nach langer Krankheit für immer eingeschlafen.
1949 in Weimar geboren, war Christan Ewald nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer und Plakatmaler und einem Studium der Typografik und Gebrauchsgrafik an der FHS Berlin ab 1973 in verschiedenen Verlagen tätig. Seit 1976 war er Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR und arbeitete freischaffend für Film, Fernsehen, Verlage und kulturelle Institutionen.

Ich lernte Christian Ewald 1990 anlässlich der Gründung seines Verlags „Katzengraben-Presse", dem in einem der ältesten Häuser von Berlin Köpenick (erbaut 1683) „Anderthalbmann-Verlag bibliophiler Bücher“ kennen, in welchem als erster Titel das letzte Buch der DDR erschien, ausgeliefert am 2. Oktober 1990 um 23:59 Uhr.
Von da an trafen wir uns ständig und ich lernte seine offene, humorvolle Art und sein kenntnisreiches Urteil schätzen, sei es bei persönlichen Begegnungen oder in den Offenen Ateliers in Friedrichshagen, auf der Leipziger Buchmesse, der BuchDruckKunst in Hamburg und der artbook.berlin, sowie natürlich auf dem maßgeblich von ihm mitgestalteten Katzengraben-Fest in Köpenick. Und zu den Jahreswechseln erfreute er Mitstreiter für das Buch mit Neujahrskarten, immer erkennbar an der individuellen Besonderheit seines Verlages, dem „Faden“.

Sein Engagement für das gut gemachte Buch wurde durchaus zur Kenntnis genommen und wurde mit zahlrechen Preisverleihungen honoriert, so durch die "Stiftung Buchkunst", den Hauptpreis im "Cartoon-Wettbewerb Faber-Castell". oder mit dem Gewinn des Wettbewerbs der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar, nachzulesen u.a. in einem Beitrag von Helmut Garritzmann in den Marginalien Heft 256.

Mit dem Tod von Christian Ewald hat die bibliophile Gemeinde einen weiteren großen Verlust erlitten, er wird uns fehlen.

(Abel Doering)
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Abschied mit Urnenfeier in Berlin
Rathaus Friedrichshagen
am 19. Juni 2026 um 16.00 Uhr
Abschied und Kondolenz bis 19.30 Uhr
Bölschestraße 87, 12587 Berlin

Urnenbeisetzung in Weimar
Friedhofskapelle Weimar-Ehringsdorf
am 3. Juli 2026 um 13.30 Uhr
Hinter dem Friedhof, 99425 Weimar
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Trauerfeier für Roland R. Berger


Prof. Dr.
Roland R. Berger
ist am 4, April 2026
nach langer schwerer Krankheit
friedlich eingeschlafen.

Christel Berger
Anne Berger und Marc Berger
Lotte Reinke und Paul Berger
Undine Schneider



Die Urnenbeisetzung
und Trauerfeier
findet am Dienstag, den 2, Juni 2026,
um 12 Uhr
auf dem Friedhof Pankow III,
Am Bürgerpark 24
in 13156 Berlin
statt.

Rainer Ehrt - Preußens Luise

Eine Ausstellung in Potsdam zeigt Rainer Ehrts Zeichnungen, Illustrationen, Druckgraphik und ein Geschichts-Bilderbuch zum 250. Geburtstag der Königin Luise von Preußen.
Schwer zu sagen, ob Karl Popper mit seiner Feststellung »Die Weltgeschichte hat keinen Sinn« recht hat. Aber dass die Beschäftigung mit Geschichte Sinn ergibt, das zeigt Rainer Ehrt mit seiner Graphic Novel Preußens Luise, die er pünktlich zum 250. Geburtstag der preußischen Königin am 10. März 2026 vorlegt, auf ebenso aufschlussreiche wie vergnügliche Weise.
Ehrt ist Künstler, Autor und vielfach preisgekrönter Karikaturist, den seit Jahrzehnten die Auseinandersetzung mit Preußen nicht loslässt. 1960 in Elbingerode im Harz geboren, zog ihn preußische Geschichte und Kultur schon als Kind in ihren Bann. Sein umfangreiches Werk zu Preußen, an dem er rastlos weiterarbeitet, umfasst zahlreiche Bücher, großformatige Bilder, Zeichnungen und Plastiken. So hat sich Ehrt über die Jahre zu einem Chronisten Preußens entwickelt. In der Ausstellung sind Ehrt’s Illustrationen zu sehen.

Vernissage: 9. Mai 2026, 14 Uhr
Ausstellung: 9. Mai - 21. Juni 2026, Sa/So 14-17 Uhr

Belvedere auf dem Pfingstberg
Pomonatempel
Potsdam
48 Seiten, 21,5 x 30,2 cm, Hardcover
Euro 19.80
ISBN 978-3-910447-57-8

Es geht um das Buch!

Seit 2008 besteht die Kooperation zwischen dem Mediacampus Frankfurt und der Kurt Wolff Stiftung: Alle 9 Wochen stellt der Stiftungsvorstand sowie ein weiterer Verleger die KWS mit einem Verlag vor, diesmal als Online-Veranstaltung des Mediacampus «Buch, Handel und Demokratie» am 27. Mai 2026 von 19:00 bis 20:30 Uhr.
Nicht zuletzt die Ereignisse rund um die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises 2025 haben deutlich gemacht, wie wichtig Bibliodiversität ist und wie sehr sie bedroht ist.
Diese bezeichnet die kulturelle Vielfalt innerhalb des Verlags- und Buchhandelswesens und begründet, warum es unabhängig denkende und unabhängig handelnde Menschen in Buchhandlungen und Verlagen geben muss.
An diesem Abend stellen Sarah Käsmayr, Vorstandsmitglied der Kurt Wolff Stiftung, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend und Verlegerin des MaroVerlags, sowie Dietrich zu Klampen, Verleger des zu Klampen! Verlags, die notwendige Arbeit der Stiftung vor und berichten von der Freude und den Herausforderungen unabhängigen Publizierens, von ihrem Engagement für die Bibliodiversität.
Dietrich zu Klampen | Sarah Käsmayr

Frühlingslieder. Herstellungsanleitung samt Vaterschaftsnachweis

Im Kladderadatsch von 1885 findet sich auf S. 87 eine Anleitung zur Herstellung von Frühlingsliedern, die, nach dem üblichen Verfahren der Zeitschrift, ohne Verfasserangabe erschienen ist.
Text lesen durch Klick auf die Abb.
Nach Faktur, Inhalt und Stil muss der Text dem Autor Julius Stinde (1841-1905) zugeschrieben werden. Dieser hat in den „Äolsharfen“-Publikationen des Allgemeinen Deutschen Reimvereins unter dem Pseudonym Theophil Ballheim und unter der Maske des Inhabers einer Dicht-Lehr-Anstalt für Erwachsene zwischen 1886 und 1898 sechs Lehrbriefe veröffentlicht, in denen die Themen „Das Abendlied“, „Weihnachten“, „Realistische Sonette“, „Die Kunst des Schüttelreimens“ und „Der Sensationsroman“ behandelt werden.
Das Frühlingslied darf nun als Frühwerk und Vorläufer dieser Reihe von Veröffentlichungen angesehen werden und dem Text-Corpus zugefügt werden.

Der Stinde-Forscher Ulrich Goerdten, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend, hat zu Stindes 150 Geburtstag im Jahre 1991 eine Sammlung dieser Texte in 50 Exemplaren herausgebracht, die in einer zweiten, durchgesehenen Auflage 1992 in 200 Exemplaren erschienen sind (Luttertaler Händedruck, Bargfeld, ISBN 3-928779-04-4). Eine dritte Auflage müsste den Text über die Frühlingsliederenthalten. Es wird sie aber nicht geben, da der Verlag seit 2017 nicht mehr existiert.
Der Originaltext der Herstellungsanleitung für Frühlingslieder ist im digitalisierten Kladderadatsch bei der Universität Heidelberg zu finden.
Die Kunst des Schüttelreimens“ gibt es als Kindle-Ausgabe kostenfrei.