Interview mit Armin Schubert und den Bücherkindern Brandenburg

nähere Informationen durch Klick auf die Abb.
Die aktuelle Folge der DENKMALZEIT des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege geht dem Geheimnis dieses mittelalterlichen Einhorns auf den Grund. Die Folge begleitet die feierliche Rückkehr des Kunstwerks in die Kirche und lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen, die sich kreativ mit dem Einhornteppich auseinandergesetzt haben: Besucherinnen und Besucher, Wissenschaftler, sowie die „Brandenburger Bücherkinder“ mit ihrem Mentor Armin Schubert.

Erich Mühsam-Ehrung in Oranienburg

Knapp 100 Freunde, darunter die Erich Mühsam-Gesellschaft und die Friedrich Wolf-Gesellschaft, ehrten Erich Mühsam, der am 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg ermordet wurde, heute auf einer Gedenkdemo mit einer Kranzniederlegung und einem Kulturprogramm.
Mühsam-Ehrung, Oranienburg, 11. Juli 2026, unten rechts: Paul Geigerzähler
Die Redner wurden musikalisch begleitet von Paul Geigerzähler, der einige Texte von Erich Mühsam für die Geige vertonte, darunter auch der „Der Revoluzzer“, ein Gedicht, welches das Theater v. Tallercito anschließend als Theaterstück aufführte.
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Michael Duske (1941 - 2026)

Michael Duske, langjährig Mitglied der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, des Berliner Bibliophilen Abend und der Pirckheimer-Gesellschaft ist, wie jetzt bekannt wurde, Anfangs des Monats gestorben.
Michael Duske 2016, Foto Ralf Parkner
Ich lernte Michael Duske Ende der 90ger Jahre auf einer Antiquariatsmesse im Berliner Museum für Deutsche Geschichte  kennen, wir teilten uns einen Stand, bereits damals trat er schon als Person hinter seinem Werk als Herausgeber zurück und er vermied seitdem immer stärker die Öffentlichkeit.
Vor einem viertel Jahr, er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seine Vergangenheit hinter sich gelassen, Mitgliedschaften in bibliophilen Vereinigungen beendet und alle Kontakte zu seinen Freunden abgebrochen, stellte ich die Problikation seines von 1995 bis 2010 bestehenden Verlags „Serapion vom See“, der in Berlin ausschließlich Titel von E.T.A. Hoffmann verlegte, anhand einer beispielhaft ausgewählten Mappe als „Bibliophiles des Monats“ vor.
Die Nachricht von seinem Tod hat mich schwer berührt - die Erinnerung an Michael Duske wird durch die von ihm herausgegebenen bibliophilen Titel bleiben.

(Abel Doering)

1 Kommentar(e):
09. Juli 2026: Stephan Klenner-Otto hat gesagt ...
Ich bin Michael für all das was er mir ermöglicht hat mehr als dankbar! Ich werde ihn immer in Ehren halten!

BuchBerlin 2026

Der Termin der BuchBerlin 2026 steht fest, sie wird am letzten Oktober-Wochenende an gewohnter Stelle stattfinden.
Näheres durch Klick auf die Abb.
Auf dieser Berliner Buchmesse werden über 300 unabhängige Verlage und Autoren aus ganz Deutschland ihre Bücher auf der vorstellen. Die Besucher können auf der Messe vor allem Bücher entdecken, die nicht in jeder Buchhandlung erhältlich sind. Bei der BUCHBERLIN stehen die Freude am Lesen und Schreiben, persönliche Kontakte und gute Gespräche im Mittelpunkt.

Auch der Berliner Bibliophilen Abend wird auf dieser Messe über seine Veranstaltungen und Publikationen informieren.

31. Oktober und 1. November 2026
ARENA Berlin
Eichenstraße 4, 12435 Berlin

Begrüßung eines neuen Mitglieds im BBA

Anlässlich einer zweitägigen Vorstellung des neu erschienenen Buches „Schönefeld. Fotografien“ von Björn Kuhligk in den künftigen Räumen der Favoritenpresse präsentiert hier das neue Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend, Bodo von Hodenberg, die ihm heute übergebene Jahresgabe 2025, den Vierten Brandenburger Bilderbogen in einer separate Auflage fpr den BBA.
2. v. lks.: Björn Kihligk, rechts daneben: Bodo von Hodenberg, Handyfoto: ad

in eigener Sache

THE TRACE OF THE HAND II

Berliner Freunde der Druckgrafik sind in einer Woche zu einer Gruppenausstellung eingeladen: „THE TRACE OF THE HAND II“.

Gezeigt werden Arbeiten von
Afahin Chizari,
Bettina Zimmermann,
Christine Huizeng,
Ines Lusia Anders,
Kassandra von Aschenbach,
Kifan Alkarjousli,
Maya Rabou,
Olivia Kaufmann,
Ruba Alkatreeb,
Tanja Alkyyali und
Theresia Wolf.

Eröffnung: 10. Juli 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 11. - 31 Juli 2026
PAKD Gallery, An der Mole 9, 10317 Berlin

Bertolt Brecht, Tagebuch No. 10

Bibliophiles des Monats ist das Faksimile des Tagebuchs No. 10 von Bertolt Brecht, welches der damals 15jährige Schüler 1913 führte.
Siegfried Unseld (1924 - 2002) gab diese Handschrift mit einer Transkription und Anmerkungen von Günter Berg und Wolfgang Jeske (1951 - 2012) im Oktober 1989 in Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, jetzt mit Sitz in Berlin, heraus, 2 Bd. im Schuber, Fester Einband, 116 Seiten, Auflage 1200 Expl., Einband von G. Lachmaier, Reutlingen.

»Ein Tagebuch des Fünfzehnjährigen, das minutiös Aufschluss gibt über mehr als ein halbes Jahr seines Lebens, vom 15. Mai bis zum 25. Dezember 1913, Aufschluss über Schreiben, Tun, Denken, und das gleichzeitig ein faszinierendes Dokument des Fünfzehnjährigen ist, Schriftsteller, Dichter werden zu wollen, werden zu müssen: »Ich muss immer dichten«
(Siegfried Unseld, Einführung)

Björn Kuhligk in der Favoritenpresse

Die Bodo von Hodenberg zeigt in ihren neuen Räumen am Richardplatz 7 in Berlin-Neukölln eine kleine Preview- Ausstellung, bevor die Favoritenpresse dort im September/Oktober in diese Räume einziehen wird.

4. Juni 2026, 12 bis 21 Uhr
5. Juni 2026, 12 bis 18 Uhr

Richardplatz 7, 12055 Neukölln

Werkschau der Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel

Die Sommerausstellung, wahrscheinlich ist es die bunteste Bilderschau im jährlichen Galeriebetrieb, zeigt rund 200 Arbeiten aus den Kursen von Steffi Möbius, Nancy Jahns, Janine Wentorf und Sven Märkisch, darunter Malerei, Plastiken und Grafiken.
Die bildnerischen Arbeiten belegen nicht nur den unerschöpflichen Einfallsreichtum und das handwerkliche Können der jungen Leute, sondern reflektieren auch die Auseinandersetzung mit Werken namhafter Künstlerinnen und Künstler, die den Kursteilnehmern in „Sonnensegel“- Ausstellungen begegneten. So werden dem aufmerksamen Betrachter erfrischende Adaptionen der Bilder von Angela Hampel und Olaf Hajek begegnen, die oft heiter oder manchmal auch ernster das künstlerische Vorbild kommentieren.
Auf Einladung des Jugend-Kunst-Galerie Sonnensegel e.V. nimmt Oberbürgermeister Daniel Keip an der Eröffnung der Sommerausstellung teil.

Ausstellungseröffnung mit Sommerfest: 2. Juli 2026, 16.30 Uhr

Galerie Sonnensegel
Brandenburg a.d. Havel, Gothardtkirchplatz

Klaus Märtens (1937 - 2026)

Die Galeristen-Legende Klaus Märtens ist am 28. Juni, 89-jährig, im Seniorenhaus Johannes Rau in Moers gestorben.
Archi Galentz, Porträt Klaus Märtens, um 2000 (Tempera auf Holz in 15x15cm)
Klaus Märtens, der Kunst-Enthusiast mit seiner Galerie Taube und dem alljährlichen Dezembersalon, ist eine Legende. 1973 gründete der 1937 in Pommern geborene, nach der Flucht 1945 im niederrheinischen Viersen aufgewachsene Kunstpädagoge die Galerie Taube in der Pariser Straße, Wilmersdorf.

Märtens bekannte bei vielen Gelegenheiten, nach dem Mauerfall auch als aktives Mitglied in der nunmehr auch im Westen wirkenden Pirckheimer-Gesellschaft, wer sein Vorbild in Sachen Haltung zu Figur und Gegenständlichkeit war: „Karl Hofer ist mein Prophet!“
Bis zum 30-jährigen Galerie-Jubiläum hatte Märtens 189 durchnummerierte Ausstellungen auf die Beine gestellt und dabei darauf geachtet, dass er Bilder zeigte, die er „selber gerne gemalt hätte“. Da waren Namen wie die des jüdischen Stillleben-Malers Pavel Feinstein, des kauzigen Schweizers Rudolf Stüssi, des Bildhauers Robert Metzkes aus dem Berliner Osten und des Landschaftsradierers Walter Herzog aus Dresden dabei. Und selbstredend Urgesteine der Galerie wie der Stadtmaler Klaus Jurgeit, dessen Motive Lokalkolorit versprühen. Oder Edwin Dickmann, dessen 1960 entstandenes, dunkles Ölbild „Die Hinrichtung“ heute, in Zeiten von neuen Machtkämpfen und Kriegen wieder erschreckend aktuell wirkt.

Corona-Pandemie und Krankheit zwangen den Galeristen 2022, sein Lebens- und Herzensprojekt aufzugeben.

(Ingeborg Ruthe, Berliner Zeitung)

Libation am Grab von E.T.A. Hoffmann

Anlässlich des 204. Todestages von E.T.A. Hoffmann traf sich die gleichnamige Gesellschaft und Freunde des Berliner Bibliophilen Abend zur traditionellen Feier an seinem Grab auf dem Berliner Jerusalemskirchenfriedhof.
Jörg Petzel hält die Grabrede des Kater Murr

TERMINABSAGE

Das Berliner Bücherfest 2026 wird lt. einer Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe vom 25. Juni 2026 wegen hoher Temperaturen abgesagt.

Ein Dichterkraut, blaublühend

Cymbelkraut (Linaria cymbalaria), Foto: Ulrich Goerdten 
In der Wartburgstraße im Berliner Stadtteil Schöneberg gibt es einen gut gepflegten Vorgarten, dessen Gewächse das ganze Jahr über blühen. Auch ein unscheinbares Pflänzchen blüht dort von Juni bis Oktober, das Cymbelkraut. Es wächst in einer Art Polster über den Rand des Begrenzungsmäuerchens und streckt seine Spitzen bis auf den Bürgersteig. Der eilende Fußgänger wird bei seinem Anblick das Marschtempo verzögern, sofern er literaturkundig ist. Er wird einen Blick des Gedenkens auf diese Pflanze werfen, besonders am 25. Juni, dem Geburtstag des Dichters Heinrich Seidel (1842–1906). Von ihm gibt es einen Aufsatz mit dem Titel „Linaria cymbalaria“ im Jahrgang 1893 der Familienzeitschrift „Daheim“, der dann auch in den Band 12 seiner „Gesammelten Schriften“ aufgenommen worden ist.
Linaria cymbalaria ist der botanische Name der erwähnten Pflanze. Heinrich Seidel berichtet, dass er dieses grüne Kraut, das eher in südlichen Ländern heimisch ist, nach Berlin eingeschleppt hat, weshalb er von den orthodoxen Botanikern als Florafälscher und „Ansalber“ beschimpft wurde. Den Dichter hat das nicht angefochten. Vergnügt schreibt er in dieser „Geschichte voll kleiner Freuden und Enttäuschungen“, er würde wohl gern „eine kleine grüne Spur hinterlassen auf dieser Erde. Zwar hat er allerlei kleine Lieder und Geschichten ans Licht gestellt, allein diese entstanden aus der Zeit für die Zeit und werden schwinden mit der Zeit. Sie werden einst vergessen sein, und nur auf den höchsten Borten zurückgebliebener Leihbibliotheken in kleinen abgelegenen Landstädten werden die kleinen Bände noch stehen, und niemand mehr wird nach ihnen fragen. Dann aber wird vielleicht noch ein kleines zierliches Pflänzchen, das aus dürren Mauerritzen lieblich vervorgrünt, lebendige Kunde geben, daß der Verfasser jener vergessenen Geschichten einst über diese Erde gegangen ist“.

(Ulrich Goerdten)

Anmeldung zur artbook.berlin 2026

Von allen Drucker/innen und Buchkünstler/innen sehnsüchtig erwartet, startet der Countdown zur Bewerbung für die Teilnahme an der artbook.berlin2026 im November in Berlin.
Alle wichtigen Informationen im PDF (klick auf die Abb.) oder im Blog der artbook.berlin
Sollten doch noch Fragen existieren, dann gibt es Antworten vom corn.elius direkt unter +49 178 33 91 321
(corn.elius+hanneke von der artbook.berlin2026)

204. Todestag von E.T.A. Hoffmann

Anlässlich des 204. Todestages von E.T.A. Hoffmann trifft sich die gleichnamige Gesellschaft und Freunde des Berliner Bibliophilen Abend zur traditionellen Feier an seinem Grab auf dem Berliner Jerusalemskirchenfriedhof.
Stefan Klenner-Otto, Cover zu „SCHNURRPFEIFENKARUSSELL“, Ausschnitt
Für die Zeremonie am Grab werden die Teilnehmer obligate Objekte, wie Blumen, sowie Becher für den Libations-Wein, dabei haben und ab 19 Uhr in der nahegelegenen Taverna Dionysos ein Glas auf den Geehrten leeren. Auf der Tagesordnung steht dann eine Vorschau durch Jörg Petzel auf die internationale E.T.A. Hoffmann-Konferenz vom 16. - 17. Juli 2026 in Oxford.

Zwei Tage darauf wird Stephan Klenner-Otto im thüringischen Wurzbach „E.T.A. Hoffmann. Bilder und Gedichte“ vorstellen. 

Libation: 25. Juni 2026, 18 Uhr
Jerusalemskirchenfriedhof
Mehringdamm 21 (neben dem nördlichen Eingang zum U-Bahnhof Mehringdamm)

Stephan Klenner-Otto: 27. Juni 2026
Kunsthaus Müller
Markt 6, 07343 Wurzbach OT Wurzbach

Julius Stettenheim, Plaudereien

Nach dreizehn langen Jahren werde ich den von mir früher einmal herausgegebenen drei berlinbezogenen Textsammlungen (Alt-Berlin in Gotthilf Weissteins Feuilletons. 2007; Emil Jacobsen: Zur Geschichte meines Tegeler Besitzthumes. 2011 und Johannes Trojan: Berliner Bilder. Hundertdreiunddreißig unbekannte Momentaufnahmen. 2013. ) ein viertes Buch mit Berlin-Texten von Julius Stettenheim hinzufügen, das derzeit in der Herstellung ist.
Der Verleger Marc Berger (Schwarzdruck, Gransee) hat mir das Cover geschickt, das ich, zum Appetit machen, hier schon mal vorstelle in der Hoffnung, dass der Klappentext auch gelesen werden kann.
(Ulrich Goerdten)

Atelierbesuch bei Skadi Engeln

Der Berliner Bibliophilen Abend besuchte am 18. Juni 2026 Skadi Engeln, Bibliophilen bekannt von der artbook.berlin oder der artGrafik Ahrenshoop, in ihrem Atelier anlässlich der Finissage einer Ausstellung zu artspring.
Skadi Engeln präsentiert Siebdrucke, Foto © ad

Jürgen Wilke zum 88.

Freunde des Buches und der Druckgraphik kennen den heutigen Jubilar Jürgen Wilke nicht nur als letzten Drucker von Conrad Felixmüller, sondern auch als langjähriges aktives Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend und von vielen Vorträgen zu seiner Leidenschaft und von Ausstellungen seiner Sammlung.
Jürgen Wilke, in der Ausstellung „Gerhard Goßmann“ anlässlich der Jahresexkursion des Berliner Bibliophilen Abend 2024
Dafür ist ihm heute, am 16. Juni, seinem Geburtstag, zu danken! Herzlichen Glückwunsch!

Lettland erLesen

In der Reihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ werden monatlich besondere Objekte aus den Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin vorgestellt. Im Juli kann man
einen Blick in die lettische Buchgeschichte werfen.
Merkel, Garlieb Helwig: Latweeschi, sewischķi widsemneeki, filosofiskà gadu simteņa beigâs : No G. Tulkojis Aleksandrs Buhmanis - Sw. Peterburgâ : Gulbis, 1905
1525 beginnt die Geschichte des Buchdrucks in lettischer Sprache mit einem Krimi. Die ersten lettischen Bücher wurden auf dem Weg nach Riga im damals katholischen Lübeck beschlagnahmt und verbrannt, da es sich um „lutherische Texte“ handelte.
500 Jahre alte Drucke in Lettisch besitzt die Staatsbibliothek leider nicht, vorgestellt werden Drucke aus und über Lettland in deutscher und lettischer Sprache aus den letzten 200 Jahren: Einblicke in die deutschbaltische Geschichte, Werke zur lettischen Sprache, Klassiker auch in Übersetzung sowie einige moderne Drucke.

15. Juli 2026, 16 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin, Haus 2
Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

Einhornfest


Illustrationen von Olaf Hajek

Die erfolgreiche Frühjahrsausstellung „Im magischen Bildergarten des Olaf Hajek“ geht mit einer besonderen Aktion zu Ende.
O. Hajek © Anthony Perez

Der international bekannte und vielfach preisgekrönte Illustrator Olaf Hajek stattet der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel“ zur Finissage seiner Bilderschau einen Besuch ab, führt Kurskinder sowie Besucher durch die Ausstellung und wird Bücher und Plakate signieren.

Finissage: 18. Juni 2026, 15:30 Uhr

Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel“
Gotthardtkirchplatz 4, 14770 Brandenburg an der Havel,

Kunst für die SLB Potsdam

Der Ketziner Künstler Tobias Kielinger hat der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam mehrere besondere Drucke geschenkt.
In dieser Werkserie werden fundamentale Sätze der Philosophiegeschichte – von Descartes’ „Cogito ergo sum“ über Hegels „Das Wahre ist das Ganze“ bis hin zu Nietzsches „Gott ist tot“ und Wittgensteins Reflexion über die Grenzen der Sprache – einer radikalen Transformation unterzogen. Durch die physische Übereinanderschichtung der Buchstaben entstehen Schriftbilder, die den Text hinter sich lassen und zur eigenständigen Ikone werden.

Dieser Prozess vollzieht sich im Sinne der hegelschen Trias der Aufhebung:
1. Auflösung: Die lineare Lesbarkeit des Satzes wird zerstört. Die Information zerfällt in ihre graphischen Bestandteile und entzieht sich der rein rationalen Logik.
2. Bewahrung: Der philosophische Gehalt bleibt im Fundament des Werkes präsent. Der Satz verschwindet nicht, er bildet den unsichtbaren Kern der Form.
3. Transformation: Das Werk wird auf eine neue Ebene gehoben. Das ehemals sprachliche Konzept wird in den Raum der Kunst überführt und manifestiert sich als visuelle Wahrheit, die über das bloße Wort hinausweist.

neue Mitglieder im Berliner Bibliophilen Abend

Im ersten Halbjahr 2026 konnte der Berliner Bibliophilen Abend zwei neue Mitglieder begrüßen.

  • Die Gesellschaft der Bibliophilen, 1899 gegründet und damit die älteste Bibliophilen-Vereinigung in Deutschland, aus der auf Initiative von Fedor von Zobelritz 1905 die regionale Gruppierung hervorging, ist jetzt Mitglied des BBA.
  • Und auch Bodo von Hodenberg, Geschäftsführer der 2020 von ihm gegründeten Favoritenpresse, ist neues Mitglied im BBA, eine eigentlich logische Entscheidung, versteht sich doch sein Verlag als »Liebhaberprojekt für bibliophile Spezialfälle« (FAZ).

Herzlichern Glückwunsch

Heute gehen Geburtstagsgrüße gleich an drei Mitglieder bibliophiler Gesellschaften. Jutta Osterhof feiert ihren 85. Geburtstag, Ninon Suckow ihren 78. und Constanze Kreiser ihren 65.
Jutta Osterhof bei einem Vortrag über Eberhard Schlotter vor dem BBA 2012
Constanze Kreiser auf der 4. BuchKunstPotsdam 2026



Jutta Osterhof und Ninon Suckow
sind langjährige Mitglieder des
Berliner Bibliophilen Abend,
der Pirckheimer-Gesellschaft,
sowie in weiteren Gesellschaften
aktiv und beide sind oder waren
Mitglieder der Revisionskommission
in diesen Verbänden.

Die Buchkünstlerin 
Constanze Kreiser wurde 
2017 auf der artbook.berlin auf die
Pirckheimer-Gesellschaft 
aufmerksam und ist seitdem 
Mitglied dieser Gesellschaft.
Ninon Suckow, Adventabend der Pirckheimer-Gesellschaft 2025, Fotos © ad
1 Kommentar:
13. Juni 2026: Julia Rinck hat gesagt…
Herzlichen Glückwunsch! 🎉

Buchpatenschaft der SBB, Juni 2026

Polgar, Alfred Geschichten ohne Moral
Zürich, Oprecht Verlag, 1943
Alfred Polgar (1873 – 1955) war ein österreichischer Schriftsteller, Aphoristiker, Kritiker und Übersetzer und ist einer der bekanntesten Autoren der Wiener Moderne.

Die im zu restaurierenden Band versammelten kurzen Erzählungen erschienen in dem Oprecht Verlag, in dem viele Exilautoren eine Möglichkeit für Veröffentlichungen fanden, mit dem Hinweis: Dieses Buch wurde in einer ersten Auflage von 800 nummerierten Exemplaren hergestellt. Dieses Exemplar trägt die Nummer: 39.
Der Band stellt eine Auswahl aus acht früheren Büchern des Autors dar, die vergriffen und teilweise verbrannt sind. Viele Stücke erscheinen hier teilweise in geänderter Form. Einige bisher nicht veröffentlichte sind hinzugekommen.

Nötige Reparaturen: Einbandrestaurierung
Kalkulierte Kosten: 125 €

Digitalisat der ZLB

Das Digitalisat des Monats Juni 2026 der Zentral- und Landesbibliothek Berlin ist „Die Entdeckung Berlins“ von Henry F. Urban.
Digitalisat aufrufen durch Klick auf die Abb.
Henry F. Urban schildert in seinem 1911 erschienenen Buch das Berlin der Kaiserzeit – mit Humor, scharfem Blick und Zeichnungen von Paul Haase. Straßen, Cafés und Amtsstuben werden so zu einem lebendigen Porträt der Metropole um 1910.
Das Exemplar aus dem Bestand der ZLB hat jedoch eine belastete Geschichte: Die Zugangsnummer „J 446“ weist darauf hin, dass der Band 1943 aus einem Ankauf der Berliner Stadtbibliothek stammt – mit Büchern aus den Wohnungen deportierter Berliner Jüdinnen und Juden. Damit ist er ein Beispiel für NS-Raubgut.

1 Kommentar:
09. Juni 2026: Bernd Friedrich Schulz hat gesagt…
Interessanter Aspekt. Wer das Buch jedoch in die Hand nehmen möchte: etliche antiquarische Angebote lassen sich finden

„Hauptmann ist schuld!“

Die Pirckheimer-Gesellschaft und der Berliner Bibliophilen Abend luden zu einer Veranstaltung des Kulturhistorischen Vereins Friedrichshagen zum Gerhart Hauptmann-Tag aus Anlass seines 80. Todestages ein.
Stefan Rohlfs, Direktor des Hauptmann-Museums in Erkner in der Ausstellung
Hauptmann ist schuld!“ – so heißt die Ausstellung, die im Antiquariat Brandel eröffnet wird. Im Zentrum der Veranstaltung standen die gegenseitigen Beziehungen zwischen Gerhart Hauptmann und dem Friedrichshagener Dichterkreis. Programmpunkte waren eine Lesung mit Gabriele Streichhahn sowie ein Vortrag von Lars-Broder zu Wilhelm Spohrs Versuch, ab 1946 ein Dichterkreis-Museum zu initiieren. Dabei ist auch Stefan Rohlfs, Museumsdirektor des des Hauptmann-Museums in Erkner.

BUCHSALON #10: Nora Schattauer

In der Veranstaltungsreihe „Buchsalon | Bühne frei für das Buch!“ der Kunstbibliothek sprechen Maren Wienigk, Kuratorin der Sammlung Architektur und Ornament, und Michael Lailach, Kurator der Sammlung Buchkunst, mit Gästen über neue und alte Bücher.
Nora Schattauer, Blaue Bücher, Ateliereinblick, 2026 © Nora Schattauer
Der zehnte Gast ist die Künstlerin Nora Schattauer. Sie arbeitet zeichnerisch und malerisch auf Papier. Ihre Arbeit ist eine Verbindung von ästhetischer Praxis und Erkenntnispraxis. Auch in der Variation des Ähnlichen zeigt sich – von einem reichen Bewegungsmoment erfüllt – eine große Unterschiedlichkeit. In ihren Büchern und Heften verbinden sich Wort und Bild, sprachliche Notate und experimentelle Zeichnung mit Farbstoffen und Durchdrucken durch Kohlepapier. Mit jedem Buch und Heft eröffnen sich neue Reflexionen über eine ungewöhnliche Bildsprache, über abstrahierte Naturformen und die Möglichkeiten ihrer künstlerischen Darstellung.

11. Juni 2026, 20 Uhr
Kulturforum
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

100 Beste Plakate 25

Der Wettbewerb „100 Beste Plakate D A CH“ feiert dieses Jahr sein 25. Jubiläum. 2001 wurde er im Zusammenschluss der drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz neu gegründet.

2026 wurden 2.297 Einzel- und Serienplakaten des Vorjahres von 676 Studios und Gestaltern eingereicht, wobei das Kulturplakat stark vertreten ist.
Die Jury prämierte 30 Arbeiten aus Deutschland, 62 aus der Schweiz und 8 aus Österreich, von Auftragswerken bis zu studentischen Projekten. Gestalterisch zeigt sich 2025 als ein selbstbewusster Jahrgang, der in minimalistischer Typografie und Schwarz-Weiß ebenso überzeugend auftritt wie in großen Bildgesten und expressiven Farbkonstellationen.

Zur Ausstellung erscheint das Jahrbuch
„100 Beste Plakate 25 D A CH“, Slanted Publishers,
Gestaltung: Ira Ivanova und Lou Hillereau (Berlin)
Dabei hat man sich nicht nur auf formalästhetische Qualitäten konzentriert, sondern auch ein Schlaglicht auf gesellschaftskritische Inhalte gesetzt: Es wird in kräftigen Lettern und lauten Farben zum Umdenken und Widerstand aufgefordert, für Menschenwürde und queere Rechte protestiert, Mut zur Wut gemacht. Das gut gestaltete Plakat zeigt wieder seine Kraft als politischer Botschaftsträger.

Faszinierend ist auch die Fülle an (analogen) Materialien und Techniken, die Eingang in die (digitale) Plakatgestaltung finden:
Von Stroboskop-Bildern aus Olivenöl, Schmutz und Kreide über Fingerschrift in Tusche bis hin zu Pen-Plottern. Eine Plakatserie arbeitet mit Kressesamen, um „Unsere Klimaziele“ in ein lebendiges Bild zu übersetzen. Beim Drucken kommen Risografie und Siebdruck ebenso zum Einsatz wie Kraftpapier und Glanzlacke.

Die „100 Besten Plakate 25“ werden bei freiem Eintritt am Kulturforum präsentiert, danach gehen sie auf Tournee in Deutschland, Österreich, der Schweiz, sowie in Korea und an weitere Orte.

12. Juni - 05. Juli 2026
Kunstbibliothek am Kulturforum
Matthäikirchplatz 6
10785 Berlin

Deutschland, Deutschland über alles

Das Bibliophile des Monats Juni, „Deutschland, Deutschland über alles: ein Bilderbuch. Von Kurt Tucholsky und vielen Fotografen. Montiert von John Heartfield.“, erschien 1929 im Neuen Deutschen Verlag in Berlin. Es zählt, als gesellschaftskritisches Werk mit rund hundert Foto-Text-Montagen, zu den bekannteren Werken Kurt Tucholskys. Im Buch werden dessen Texte u.a. mit Fotomontagen von John Heartfield, der am 19. Juni vor 135 Jahren geboren wurde, kombiniert, wobei die Texte die Abbildungen nicht einfach erläutern, sondern die Fotografien umdeuten oder kritisch kommentieren.
Neuer Deutscher Verlag, Berlin 1929 (1. - 20. Tausend, 1. Aufl.)
Als Präambel ist dem Buch Zitat von Friedrich Hölderlin vorangestellt: „So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden. Demütig kam ich, wie der heimatlose blinde Oedipus zum Tore von Athen, wo ihn der Götterhain empfing; und schöne Seelen ihm begegneten – Wie anders ging es mir!
(Friedrich Hölderlin: Hyperion, Kapitel 67: Hyperion an Bellarmin)

Die Themen, die Tucholsky in seinem Buch anspricht, beziehen sich vor allem auf die damalige politische und gesellschaftliche Situation Deutschlands. Der Weltkrieg war 1918 zu Ende gegangen, die Revolution von 1918/19 war gescheitert, die Inflation war erst gerade abgeflaut. Die finanziellen und psychologischen Auswirkungen dieser Ereignisse prägten die deutsche Gesellschaft, die Demokratie steckte noch in den Kinderschuhen. Die Gesellschaft war geteilt durch starke soziale Gegensätze und Militarismus, wie auch ein überbordender Nationalismus waren immer noch an der Tagesordnung.
Obwohl sogar der Börsenverein der Deutschen Buchhändler versuchte, ein Boykott des Buches durchzusetzen und Anzeigenwerbung für den Titel ablehnte, worauf er sicher nicht stolz sein kann, und das Buch in der Weimarer Republik zu den umstrittensten Publikationen zählte, wurde es in den ersten zehn Tagen über 12.000-mal verkauft - bis heute wurde das inzwischen weltweit in vielen Sprachen erschienene Buch allein in Deutschland in mehr als 100.000 Exemplare gedruckt, so bereits 1929 als Lizenzausgabe parallel als Universum-Bücherei, bei Rowohlt ab 1964 und später als Taschenbuch, sowie in großen Auflagen in Verlag Volk und Welt in der DDR.

Von Tieren und anderen seltsamen Wesen


24. Juni 2026, 20 Uhr
Reha-Zentrum Seehof
Lichterfelder Allee 55, 14513 Teltow

ein Ausflugstipp

© Annette Hauschild, Agentur OSTKREUZ
Mit einem Konzert des BuWa Orchesters unter der Leitung von Sebastian Bade wird in Waldsieversdorf, östlich von Berlin in der Märkischen Schweiz gelegen, mit Blasmusik und Big Band Swing aus Anlass von Wieland Herzfeldes 130. Geburtstags eine neue Ausstellung mit John Heartfields Fotomontagen und Herzfeldes Kommentaren eröffnet.
Manfred Dietrich (Autor und Regisseur) wird im Gespräch mit Ronald Weber (Autor und Literaturwissenschaftler) über das Duo Heartfield und Herzfelde sprechen und die Ausstellung, die von erstaunlicher Aktualität ist, eröffnen. Die Ausstellungstafeln gestalteten Astrid Landsmann und Sabine Frost.
Berliner Bibliophile besuchten das Heartfield-Haus im Rahmen der Jahresexkursion vor 7 Jahren
31. Mai 2026, 15 Uhr

Freundeskreis John Heartfield Waldsieversdorf e.V.
Heartfield Haus, 15377 Waldsieversdorf

„Schlaf der Vernunft“

Die Ausstellung „Schlaf der Vernunft“ lädt zu einer verrückten Auseinandersetzung mit einem der ältesten und vielfältigsten Themen der Menschheitsgeschichte ein. „El sueño de la razon produce monstruos“, heißt es bei Goya: „Der Schlaf der Vernunft bringt Ungeheuer hervor.
Ungeheuer – also schreckliche, spukhafte, gespenstische, grausige Geschöpfe – begleiten die künstlerische Reise durch die Innen- und Außenwelten von acht Künstlern, die dieses gruselige Phänomen aus subjektiven Perspektiven erkunden:
Claudia Arndt | Martin Bartels | Julienne Jattiot | Susann Pönisch | Nadine Respondek | Thomas Siemon | Steve Viezens | Magda Voerster,
Der Begriff „Monstrum“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „Wunder“ oder „Missbildung“. Historisch wurde das Ungeheuer als Anomalie betrachtet, die das Bekannte sprengt und zugleich fasziniert. In der Kulturgeschichte sind Monstren Symbole für das Unbekannte, das Unerklärliche und das Angst-Einflößende, aber auch für das Staunen über die Vielfalt des Lebens.

Die teilnehmenden Künstler nähern sich dem Thema auf äußerst unterschiedliche Weise – von figurativen Darstellungen bis hin zu abstrakten Installationen. Dabei reflektieren sie nicht nur die historischen Bedeutungen, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Fragen rund um Identität, Andersartigkeit und Angst. Die Ausstellung lädt dazu ein, in eine Welt voller Wunder und Kuriositäten einzutauchen und die vielschichtige Faszination schräger Gestalten und wilder Welten zu entdecken sowie den Tönen aus fernen Galaxien zu lauschen.

Eröffnung: 30 Mai 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 30. Mai - 20. Juni 2026

neurotitan
Rosenthaler Str, 39, 10178 Berlin

Frohe Pfingsten ...

... wünscht der Berliner Bibliophilen Abend allen Lesern dieses Blogs mit diesem Gruß unseres Mitglieds Bernd Friedrich, gedruckt mit historische Bleilettern sowie Klischees im experimentellen Handdruck.

Atelierbesuch bei corn.elius

Platzbedingt konnte corn.elius nur 12 Berliner Bibliophile in seinem Atelier empfangen, um über die Geschichte seiner Werkstatt und seines Verlags, sowie seines Werdegangs als Künstler und die Technik des Siebdrucks zu berichten.
Den Siebdrucks perfektionierte corn.elius, ursprünglich Plakatmaler in Pforzheim, in seiner dortigen Werkstatt in einem Wasserturm, wo nach zwei Wasserschäden auch der einprägsame Name „wasser im turm“ entstand, später war sein Atelier im Berliner Bethanien, dem Ort der von ihm gemeinsam mit Hanneke van der Hoeven veranstalteten artbook.berlin beheimatet und hat nun wieder in einem ein Wasserturm in Kreuzberg seinen Sitz, zugleich ein Verlag, in dem er eigene und Künstlerbücher mit Anderen verlegt. einer Werkstatt mit Kindern und einer „Galerie“, genauer einem Schaukasten mit einer wöchentlich wechselnden Grafik.
Und corn.elius präsentierte den Teilnehmern seine Arbeit als Künstler und Drucker und, obwohl einigen diese Technik keineswegs fremd war, lernten die Teilnehmer des Abend doch Neues zur Entwicklung vor Allem hinsichtlich der Farben, die heutzutage zur Verfügung stehen, aber auch zur experimentellen Umsetzung dieser Drucktechnik.
corn.elios, Fotos © ad
Als besonderes Erinnerungsstück nahmen die Anwesenden einen Probedruck aus einem im Entstehen begriffenen Buch zu Berliner Sehenswürdigkeiten mit, eine in einer 12er Auflage andersfarbig als in der entgölzigen Variante gedruckte Silhouette des Pergamon-Museums, noch ohne geplante Einfärbung von Wasser und Himmel und natürlich signiert.  
(weitere Fotos auf der Veranstaltungsseite des Berliner Bibliophilen Abend).

Ballspenden

Buch des Monats Mai 2026 der AG Sammlung Deutscher Drucke der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig ist eine „Ballspende“, ein im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke hat die Staatsbibliothek zu Berlin jüngst erworbenes handliches kleines Heft, das in jede Jackentasche passt: die Secessionistische Zeitung vom 17. April 1899, erschienen in Wien im Verlag des Wiener Journalisten- und Schriftsteller-Vereines „Concordia“.
„Ballspenden“ haben nichts mit Sport zu tun, sondern mit Festen und Tänzen! Bei einem Tanzball wurde die sogenannte Ballspende vom Veranstalter an die anwesenden Damen überreicht, eine Vorform des Werbegeschenks, allerdings in einer höchst kultivierten Form. Die Blütezeit der Ballspenden war in Wien – wo auch sonst?! – um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Der Inhalt besteht aus satirischen Prosatexten und Gedichten, die auf aktuelle, vor allem literarische Ereignisse Bezug nehmen. Schließlich wurde dieser Ball vom Journalisten- und Schriftsteller-Verein veranstaltet. Der Verein wurde 1859 gegründet und veranstaltet seit 1863 und bis heute regelmäßig seinen Concordia-Ball.
Worauf es aber eigentlich bei einer Ballspende ankommt, das findet sich hier ganz hinten auf dem letzten Blatt: Die Tanzkarte.
Diese Tanzkarte ist Ursprung und Hauptsache der Ballspende: Es handelt sich um eine Liste der Tänze, die bei dem Ball gespielt werden. Daneben ist Platz gelassen zum Eintragen der Herren, die den jeweiligen Tanz gewährt bekommen haben.
Diese Tanzkarte schafft der Dame nun ein ganz praktisches Problem: Wohin mit der Karte, woher einen Stift nehmen?
Deshalb haben sehr viele Ballspenden gleich alles dabei: Neben der Karte noch einen kleinen Bleistift und einen Haken zum Anhängen am Kleid.

Im Kulturwerk der Staatsbibliothek zu Berlin kann man derzeit Ballspenden im Original bestaunen oder virtuell hier.

(Silke Trojahn)

Staatsbibliothek zu Berlin / Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin