Projekt zum Schutz von Heinrich Manns wertvollem Buchbestand

Ein Band mit Heinrich Manns Exlibris, Signatur: NB hm K 67
Mehr als 3.550 Bände aus Heinrich Manns privater Bibliothek wurden zu Jahresbeginn in der Akademie der Künste sorgfältig trockengereinigt, konservatorisch gesichert und teilweise neu verpackt. Die Aktion fand in Zusammenarbeit der Abteilung Bestandserhaltung, der Bibliothek und der Benutzung der AdK statt. Mit großem Einsatz unterstützte die Internationale Jugendbauhütte Berlin das Vorhaben.
In nur fünf Tagen bearbeiteten 19 Beteiligte rund 75 Prozent des Gesamtbestandes. Für Sommer 2026 ist eine zweite gemeinsame Aktion geplant, die das Projekt abschließen wird.
Blick in die Restaurierungswerkstatt – sorgfältige Sicherung des Bestands, Fotos © Katja Strauß
Die Arbeiten schaffen die Grundlage für die Digitalisierung ausgewählter Bände aus Heinrich Manns Bibliothek. Mit mehr als 4.700 Exemplaren zählt sie zu den Gründungsbeständen der heutigen Akademiebibliothek – und steht im Lesesaal kostenfrei zur Verfügung.

Inventing E.T.A. Hoffmann

v.l.n.r.: Steffen Faust, Jörg Petzel, Dr. Dr. Bernd Hesse, Prof. Dr. Bettina Wagner
Freunde und Mitglieder des Berliner Bibliophilen Abend und der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft wohnten Gestern der Vernissage im Stabi KulturwerkInventing E.T.A. Hoffmann (1776–2026)“ bei und konnten einen ersten Blick in die Ausstellung zu werfen.
Dr. Christina Schmitz, Prof. Dr. Bettina Wagner, Anna Rozenfeld, Jörg Holzmann, Dennis Schäfer
Unter den gezeigten Exponaten findet sich übrigens auch eine Widmungspublikation des Berliner Bibliophilen Abend.
Bernd Hesse und Jörg Petzel vor einer Abb. von Stephan Klenner-Otto (Foto bearb.)
Nach Begrüßung durch Dr. Christina Schmitz, Staatsbibliothek zu Berlin und einer Einführung durch die Vorsitzende der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, Prof. Dr. Bettina Wagner von der Staatsbibliothek Bamberg rezitierte Anna RozenfeldKnacknisl un moyznkayser E.T.A. Hoffmann auf jiddisch“ (Nussknacker und Mäusekönig), musikalisch umrahmt von Jörg Holzmann auf einer 1823 gebauten Gitarre. Der Kurator der Ausstellung Dennis Schäfer, selbst ein ausgewiesener Bibliophile, sprach anschließen zu „Curating E.T.A. Hoffmann: Grillen eines Bibliophilen“.
Michael Bensman, Ralf Parkner, Fotos © ad

Jahresempfang der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin

Am 24. Februar 2026 beim Jahresempfang der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin bei einem erhellenden Vortrag von Ronen Steinke (Süddeutsche) über „Jüdisches in der deutschen Sprache“, ein Vortrag, den man übrigens gern veröffentlicht sehen würde, danach bei Gesprächen über DAS BUCH bei Häppchen und einem und einem zweiten und vielleicht dritten Glas Wein oder Orangensaft oder Bier ...
Ein schöner Abend!
oben: Klaus Bartel, Abel Doering, Detlef und Marina Fritsche, Ninon Suckow
Klaus Bartel und Wolfgang Kaiser | Bernd Illigner (Bildmitte)

Ein Fundstück mit Tücken

Welche Altlasten unsere modernen elektronischen Bibliothekskataloge noch mit sich herumschleppen, das erfährt man nur selten, punktuell und meist nur per Zufall. Auf der Suche nach Druckwerken, welche die der Vergessenheit anheimgefallene Autorin Conradine Stinde der Nachwelt hinterlassen hat, fiel dem Forschenden einst ein Büchlein mit dem Titel „Das Geld“ ins Auge. Bei einem zweiten Versuch, die Katalogangaben des Buches anzeigen zu lassen, ging die Suche aber ins Leere. Erst mehrere Anläufe mit veränderten Eingaben führten zum Erfolg, bei dem sich zeigte, dass die Autorin und ihr Buch unter dem Namen Konradine Stinde (Vorname mit „K“) im Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin verzeichnet war.
Flugs kamen auch Erinnerungen an die bibliothekarische Ausbildungszeit hinzu, in der die „Preußischen Instruktionen“ (Auch PI genannt, im vollen Titel „Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der preussischen Bibliotheken und für den preussischen Gesamtkatalog, vom 10. Mai 1899“) ein bedeutender Teil des Lernstoffes waren. In diesem Regelwerk wird in § 101 und 102 vorgeschrieben, dass abweichende Vornamensformen auf dem Titelblatt wie Adolph, Curth und Hellmuth in die gebräuchlichen Formen Adolf, Kurt und Helmut umzuwandeln seien. So wurde aus Conradine Konradine und ihr rätselhaftes Verschwinden klärt sich auf: Das Büchlein stammt aus dem Jahre 1905 und wurde seinerzeit nach PI mit umgewandelter Vornamensform katalogisiert. Übrigens scheint es ein Unikat zu sein. Es ist aber auch ein Unicum, denn es handelt sich um eine Ausgabe in der Kurzschrift vom Typ Stolze-Schrey, deren Entzifferung nur noch Spezialisten gelingt. Ein elektronisches Programm zur Lesbarmachung der alten Schrift gibt es derzeit noch nicht.

(Ulrich Goerdten)

Bibliophile Gesellschaften auf Instagram

Vor einem viertel Jahr startete der Berliner Bibliophilen Abend einen Instagram-Account, dem Beispiel der Gesellschaft der Bibliophilen folgend, welche seitdem an allen 365 Tagen des Jahres nach dem Muster eines Abreißkalenders einen Beitrag rund um das Thema Buch veröffentlichen wollte. Die Gesellschaft der Bibliophilen beendete dieses durchaus löbliche Vorhaben leider vor einem Monat und hat inzwischen alle Einträge (auch auf Facebook) gelöscht.
Auch der Leipziger Bibliophilen-Abend hat bislang nach dem Neustart seines Kontos vor einem Jahr noch keine Beiträge auf Instagram geteilt, die Pirckheimer-Gesellschaft veröffentlichte seit September 2025 immerhin sechs Beiträge, die im Schnitt sogar 50 "Likes" bekamen.
Die Bilanz des Berliner Bibliophilen Abend sieht folgendermaßen aus: es findet sich hier eine bunte Mischung aus 31 Beiträgen seit dem Start auf Instagram, die jeweils von durchschnittlich 25 Personen "geliked" wurden. Dieses Ergebnis bestärkt den BBA darin, nach einem Testzeitraum von einem viertel Jahr weiterhin auf Instagram präsent zu bleiben.
der BBA auf Instagram - aufzurufen durch Klick auf die Abb.

Abschied von Freunden

Gedenkausstellung für den Berliner Künstler miley (Michael Ley)
Werke von Michael Ley, Achim Borsdorf, Udo Würtenberger und Giuliana Del Zanna

Am 6. Januar verstarb Michael Ley im Berliner Franziskus-Krankenhaus. Noch bis Anfang Januar hatte der Künstler zusammen mit Archi Galentz eine Ausstellung in der Galerie Wolf & Galentz geplant. Diese Ausstellung wird nun als Gedächtnisausstellung einen Einblick in das vielfältige künstlerische Schaffen mileys eröffnen: Aus seinem umfangreichen und vielseitigen Werk werden Malerei, farbintensive Drucke, Objekte, Künstlerbücher, Schriften und Projektdokumentationen gezeigt.
Die Idee, sein Werk zusammen mit diesen Künstlern auszustellen, stammt von miley selbst.
miley, Künstlerbuch „Bäume“, A6, teilw. mehrfarbigen Holzschnitte, Expl. 7/10
Michel Ley, 1953 in West-Berlin geboren, wurde im turbulenten und freien Berlin sozialisiert. Er studierte zuerst an der TU Chemie und fühlte sich zunehmend zur bildenden Kunst hingezogen. Er begann, sich mit Fotografie zu beschäftigen, fing an zu malen, erlernte ab 1983 die Radiertechnik und arbeitete mit Holz- und Linolschnitt. Seit den 1990er-Jahre arbeitete der Künstler auch mit digitalen Techniken und kombinierte unterschiedliche Drucktechniken. Er beschäftigte sich mit Mail Art und stellte viele Mappen und Künstlerbücher aus, war seit 1984 Teilnehmer der Freien Berliner Kunstausstellung und war bei zahlreichen Festivals und Ausstellungsprojekten vertreten. Auch bei Wolf & Galentz wurden in der Vergangenheit dreimal Werke von ihm ausgestellt.
Chimäre, gemeinsam mit Werner Noske und Udo Würtenberger geschaffene für Drittbrett
Michael Ley war anfangs Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft und später des Berliner Bibliophilen Abend und mileys rege Ausstellungstätigkeit wurde hier dokumentiert, drei seiner Arbeiten wurden darüber hinaus zum „Bibliophilen des Monats“ gekürt.

Vernissage: 6. März 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 8. März - 19. April 2026

Wolf & Galentz Kunstgalerie
Wollankstraße 112a, 13187 Berlin

Fälschungen des „ND“ in der DDR

In der Reihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ wird jeden Monat in der Staatsbibliothek zu Berlin ein ausgewähltes besonderes Objekt vorgestellt.
Neues Deutschland 1988-03-19 (Sonnabend) Nr-39. Fälschung
Die Tageszeitung „Neues Deutschland“ war von 1946 bis 1990 nicht nur die Parteizeitung der SED, sondern als Organ ihres Zentralkomitees auch offizielle Regierungszeitung der DDR. Weil es keine echte „Oppositionszeitung“ zum ND gab, wurden zu Propaganda- und Agitationszwecken Fälschungen dieser Zeitung in der DDR in Umlauf gebracht. Im Fokus stellt Christoph Albers diese Fälschungen vor und erläutert deren Hintergründe und politische Auswirkungen.

25. März 2026, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8
10117 Berlin

Ein DDR-Comic, der zum bibliophilen Sammelobjekt wurde

Bibliophile der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend schwelgten heute in Erinnerungen aus Kindheit und Jugend. Nach seinem bibliophilen Whiskey-Vortrag und einem Abend über Alexandre Dumas sprach Robert Grieger heute in der Staatsbibliothek zu Berlin zu seiner dritten Sammelleidenschaft, dem Mosaik von Hane4s Hegen mit den Digedags und Abrafaxen.
Ninon Suckow im Gespräch mit Robert Grieger 
Es zeigte sich wieder einmal, dass sich wahre bibliophile Sammlerleidenschaft, natürlich neben einer gewissen Besessenheit für das bedruckte Papier, vor allem durch das tiefe Verständnis für Hintergründe, die Einzigartigkeit und Besonderheiten des Sammelobjekts auszeichnet.

Schätze des Wissens – arabische Handschriften im Dialog

Unter dieser Überschrift starten das Arabische Kulturhaus „Der Divan“ und die Staatsbibliothek zu Berlin eine gemeinsame Veranstaltungsreihe, die sich diesem bedeutenden kulturellen Erbe aus der arabischen Welt widmet. In Vortrags- und Diskussionsrunden veranschaulichen renommierte Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen die Welt der arabischen Handschriften aus historischer, sozialgeschichtlicher, literaturgeschichtlicher sowie naturwissenschaftlicher Perspektive.
Schlussseite einer Handschrift von Kalila und Dimna (Wetzstein II 672) © Stabi Berlin
Den Auftakt macht Prof. Beatrice Gründler (FU Berlin), die ihren Vortrag den verschlungenen Wegen der Überlieferung der arabischen und weltweit in über 40 Sprachen übersetzten Fabelsammlung „Kalila und Dimna“ widmen wird. Sie stellt zudem spannende digital-gestützte Forschungsansätze dazu vor.
Zu sehen ist eine kleine Auswahl von Originalhandschriften.

gemeinsamer Iftar: 12. März 2026, 19:15 Uhr, um Anmeldung wird gebeten
Vortrag: 12. März 2026, 19:15 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Schlussseite einer arabischen Handschrift von Kalila und Dimna (Wetzstein II 672) © Stabi Berlin, Orientabteilung

Frisch gedruckt: Stabi Journal 2025

40 reich bebilderte Seiten geben einen Einblick in den Arbeitsalltag der Staatsbibliothek zu Berlin und berichten unter anderem über neue Serviceangebote, über digitale Neuerungen und über einen anstehenden, für November 2026 vorgesehenen Webrelaunch.
Von den Kurzmeldungen seien drei erwähnt: Die Stabi hat 2025 eine umfangreiche Sammlung zum Spanischen Bürgerkrieg mit zeitgenössischen Broschüren, Erlebnisberichten, Flugblättern und Periodika aus dem Umfeld der Internationalen Brigaden, sowie Tarnschriften, sowie Musikalien wie Schellack- und Vinylplatten übernommen. Innerhalb einer Restitution wurden 221 Bücher an die Erben des französischen Rechtsanwalts Henry Torrès zurückgegeben und die Universitätsbibliothek Lund gab eine nach 1945 als verschollen gegoltene französischsprachige Buchhandschrift aus dem späten 14. Jhdt. an die Stabi zurück.
Die Broschüre ist durch Klick auf die Abb. nachzulesen.

Save the Date: 6. Juni 2026

Am 6. Juni 1901 beschloss die Berliner Stadtverordnetenversammlung die Gründung der Berliner Stadtbibliothek. Der Gründungsgedanke basierte auf dem demokratischen Reformansatz der Jahrhundertwende, weiten Teilen der Bevölkerung Bildung zu ermöglichen. Zu der Zeit existierten bereits 27 „städtische Volksbibliotheken“ sowie wenige öffentliche Lesehallen. Was fehlte, war eine zentrale Institution, die die Berliner Sammlungen bündelte und das kulturelle Interesse der gesamten Stadt bedienen konnte, also eine Zentral- und Landesbibliothek für Berlin.
Die Geschichte der Bibliothek ist untrennbar mit den Umbrüchen der Stadt verbunden: Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zerstörung im Krieg, die Teilung der Stadt und schließlich die Wiedervereinigung prägten die Entwicklung der Bibliothek.
Portal der Berliner Stadtbibliothek von Fritz Kühn, 60ger Jahre, © ZLB
Schon früh wurde die Frage nach einem geeigneten Standort für die Zentralbibliothek Berlins diskutiert. 1995 wurde die Berliner Stadtbibliothek mit der 1954 eröffneten Amerika-Gedenkbibliothek aus dem ehemaligen West-Berlin zusammengeführt und unter der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin vereint.

Gemeinsam mit unserem Publikum feiern wir am 6. Juni 2026 125 Jahre Bibliothek für Berlin. Es erwarten Sie Lesungen, Führungen und vielfältige Angebote für Groß und Klein. 
Weitere Informationen zum Programm folgen in Kürze.

Bernd Illigner zum 85. Geburtstag

Bernd Illigner auf der Adventsveranstaltung 2025 des Berliner Bibliophilen Abend

Ein herzlichen Glückwunsch geht heute, am 1. Februar, an Bernd Illigner, Vorsitzender des Berliner Bibliophilen Abend von 2006 bis 2014, zu seinem 85. Geburtstag!

Mary W. Shelley in der Büchergilde Gutenberg

Die Mona Lisa der Staatsbibbliothek zu Berlin

Die Staatsbibliothek zu Berlin stellt jeden Monat ein ausgewähltes besonderes Objekt aus seinen Sammlungen vor – von aktueller Buchkunst bis zu gefälschten Zeitungen. In kleiner Runde kann man die Stücke aus nächster Nähe betrachten und mit Experten ins Gespräch kommen.
Kreuzzugsbulle Rom 29.VI.1456. 8° Inc 1512.20, Bl. 1a
Eines der berühmtesten Bücher der Staatsbibliothek ist die Gutenberg-Bibel von 1454/55, intern auch „Unsere Mona Lisa“ genannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Staatsbibliothek weitere Ausgaben aus den ersten Jahren des Buchdrucks besitzen, die in Mainz von Gutenberg oder seinen Werkstattnachfolgern hergestellt wurden. Einige dieser Erstlinge der „schwarzen Kunst“ zeigt Falk Eisermann zum Teil erstmals öffentlich im Original gezeigt (aber leider nicht die Mona Lisa selbst).

18. Februar 2026, 16 Uhr, Anmeldung erforderlich

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Bücherschicksale

Im Jahr 2007 wurden dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutsche Nationalbibliothek von einer Privatperson mehrere Dissertationen von 1933 mit einem Durchschuss angeboten. Nach dessen Aussage stammt der Durchschuss aus dem Zweiten Weltkrieg, als 1945 in Berlin-Mitte tausende Bücher als Sichtschutz genutzt wurden. Leider weiß man nicht, ob das in einer Bibliothek geschah oder was genau der Hintergrund war. Auf jeden Fall ging der Durchschuss durch mehrere der dünnen Hefte.
DNB, Cornelia Ranft
Bis zur Wende waren die Dissertationen im Besitz der Universitätsbibliothek Berlin. Im Zuge der Vereinigung von Beständen, so schrieb der Schenker, wurden dann doppelte Exemplare ausgesondert und verschenkt. Der Stempel „Universitätsbibliothek Berlin“ wurde mit „ungültig“ überstempelt. Das Museum bewahrt zwei der Dissertationen im Originalzustand auf. Dass sie so nicht als Publikation benutzbar sind, ist unproblematisch, da sich jeweils ein unbeschädigtes Exemplar im Bestand der DNB befindet. Aufgrund ihrer Bedeutung als Zeugnisse der Zeitgeschichte sind sie auf jeden Fall wert, im Museum aufbewahrt und mit ihren Besonderheiten gezeigt zu werden.

Zwischen Anarchie und Kunst

Eine Themenführung durch die Bibliothek, den Lesesaal und das Magazin des Archivs der Akademie der Künste am Pariser Platz zeigt die Bibliothek des Dichters Bert Papenfuß.
Er war unangepasst und Teil der Subkultur des Prenzlauer Bergs: Bert Papenfuß (1956–2023) – Lyriker, Musiker, Künstler und Kneipenbesitzer. Durch seine engen Kontakte zur Kunstszene entstanden seit den 1980er-Jahren besondere Buchprojekte, meist Editionen in Kleinstauflagen, die in seiner Privatbibliothek überliefert sind. Diese Künstlerbücher bilden eine einzigartige Symbiose aus Text und Bild und stellen eine eigenständige, variantenreiche Kunstform dar.

Am 11. Januar 2026 wäre Bert Papenfuß 70 Jahre alt geworden. Eine Präsentation mit anschließender Magazin-Führung gibt exklusive Einblicke in den Bestand der Künstlerbücher und erinnert an den „Sprachspieler“ Papenfuß.

6. Februar 2026, 16 Uhr

Bibliothek der Akademie der Künste
Pariser Platz 7, 10963 Berlin

Glückwunsch zum 91sten Geburtstag

Ulrich Goerdten auf einer Veranstaltung des BBA im Oktober 2025
Heute, am 17. Januar 2026 gratuliert der Berliner Bibliophilen Abend seinem langjährigen Mitglied Ulrich Goerdten von Herzen zum

91. Geburtstag.

Als Blogbetreiber der „Informationen eines Pirckheimers“ möchte ich diesem Glückwunsch an dieser Stelle einen persönlichen Dank an den Schriftsteller, Kleinverleger und Bibliothekar, der auch von 2012 bis 2015 den Vorsitz der Pirckheimer-Gesellschaft innehatte, für seine zahlreichen Beiträge hinzufügen, die er für diesen Blog erbrachte, siehe hier.

Michael Ley (1953 - 2026)

Michael Ley, vielem Liebhabern des Künstlerdrucks als miley bekannt, ist am 6. Januar verstorben.
Wir lernten uns auf der ersten artbook.berlin 2012 näher kennen, kannten uns aber schon zuvor als Bücher- und Graphikfreunde, Michael kam dann durch mich zur Pirckheimer-Gesellschaft. In den Folgejahren verband uns fast so etwas wie eine Freundschaft, ich verpasste keinen seiner Auftritte zum Ortstermin Moabit des Kunstvereins Tiergarten, war auf der Mainzer Minipressen-Messe, besuchte seine Ausstellungen, zuletzt 2022 in der Heilandskirche. Ich erlebte die Geburt von Drittbrett, einem Künstlerkollektiv, welches er gemeinsam mit Udo Würtenberger und Werner Noske gründete und begeisterte mich an seinen Beiträgen zu verschiedenen Mailart-Projekten. Bei all dem, was er tat, war es ihm wichtig, Anderen das Verständnis für die Kunst, vor allem die Möglichkeit Druckkunst, nahezubringen.
2023 trat Michael Ley aus der Pirckheimer-Gesellschaft 2023 aus und dem Berliner Bibliophilen Abend bei, an dessen Arbeit er schon zuvor teilnahm.
Als Künstler engagierte sich Michael Ley für ein humanistisches Verhältnis zur Natur und ein verständnisvolles Miteinander der Menschen. Neben seiner künstlerischen Arbeit investierte Michael Ley, nach einer Krebsoperation 2002 mit Verlust seines Kehlkopfes gesundheitlich schwer gezeichnet, seine Kraft als Vorsitzender einer Krebs-Selbsthilfegruppe. Im September 2021 wurde sein Künstlerbuch, ein visuelles Tagebuch nach der Mahnung von Joseph Beuys „Zeige Deine Wunde“, wie zuvor schon andere Arbeiten, Bibliophiles des Monats.

(Abel Doering)

BBA besuchte die Akademie der Künste

Dr. Carsten Wurm vor einer Collage von Franz Fühmann
unten: Stapel des Archiv Klaus Staeck, von Mitarbeitern „Roter Igel“ getauft, vor dem Eingang der Ausstellung, im der auch Dokumente zur Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel in Brandenburg an der Havel und seine Zusammenarbeit mit Armin Schubert zu finden sind. Fotos: ad
Der Berliner Bibliophilen Abend traf sich zu einer bibliophilen Führung durch Dr. Carsten Wurm in der Ausstellung zu 75 Jahren Archiv der Akademie der Künste „out of the box“.
Nebenan wartete eine Schar junger Mädchen auf Tokyo-Hotel, der Berliner Bibliophilen Abend traf sich jedoch in der Akademie der Künste vor dem Eingang der Ausstellung am „roten Igel“, dann ging es durch eine Lichtinstallation zu den 75 Exponaten, beginnend mit der Vorgeschichte des Archivs aus der Preußischen Akademie begleitete Dr. Carsten Wurm eine Führung durch das Archiv, darunter u.a. die Urfassung der DDR-Nationalhymne von Johannes R, Becher, einer Collage von Franz Fühmann, Bertolt Brechts „Manuskriptschränkchen“, Briefe von Anna Seghers an ihren Verlobten und eine Sammlung von Ausgaben „Das siebte Kreuz“, sowie Walter BenjaminsWas ist Aura?“.
Dr. Carsten Wurm (lks.) und Abel Doering, Foto © Ralf Parkner

Berlin: Bibliophile treffen Künstler

Gestern fand im Kunstsalon Am Weißen See die Finissage einer Ausstellung statt, auf der u.a. Künstlerbücher von Hanneke van der Hoeven und Bilder von Karin Grote und Skadi Engeln gezeigt wurden.
corn.elius neben Hanneke van der Hoeven
Für Bibliophile in Berlin eine Einstimmung in das Veranstaltungsjahr 2026 - die Berlin-Brandenburger Pirckheimer werden am 21. Mai den Ort der Vollendung der gezeigten Künstlerbücher, die edition wasser im turm von corn.elius, besuchen; der Berliner Bibliophilen Abend wird am 18. Juni bei einem Atelierbesuch weitere Druckgraphik von Skadi Engeln zu sehen bekommen.
Skadi Engeln vor ihren Siebdrucken, 2025, „Berrichon-Kühe“, Fotos © ad