Von Tieren und anderen seltsamen Wesen


24. Juni 2026, 20 Uhr
Reha-Zentrum Seehof
Lichterfelder Allee 55, 14513 Teltow

ein Ausflugstipp

© Annette Hauschild, Agentur OSTKREUZ
Mit einem Konzert des BuWa Orchesters unter der Leitung von Sebastian Bade wird in Waldsieversdorf, östlich von Berlin in der Märkischen Schweiz gelegen, mit Blasmusik und Big Band Swing aus Anlass von Wieland Herzfeldes 130. Geburtstags eine neue Ausstellung mit John Heartfields Fotomontagen und Herzfeldes Kommentaren eröffnet.
Manfred Dietrich (Autor und Regisseur) wird im Gespräch mit Ronald Weber (Autor und Literaturwissenschaftler) über das Duo Heartfield und Herzfelde sprechen und die Ausstellung, die von erstaunlicher Aktualität ist, eröffnen. Die Ausstellungstafeln gestalteten Astrid Landsmann und Sabine Frost.
Berliner Bibliophile besuchten das Heartfield-Haus im Rahmen der Jahresexkursion vor 7 Jahren
31. Mai 2026, 15 Uhr

Freundeskreis John Heartfield Waldsieversdorf e.V.
Heartfield Haus, 15377 Waldsieversdorf

„Schlaf der Vernunft“

Die Ausstellung „Schlaf der Vernunft“ lädt zu einer verrückten Auseinandersetzung mit einem der ältesten und vielfältigsten Themen der Menschheitsgeschichte ein. „El sueño de la razon produce monstruos“, heißt es bei Goya: „Der Schlaf der Vernunft bringt Ungeheuer hervor.
Ungeheuer – also schreckliche, spukhafte, gespenstische, grausige Geschöpfe – begleiten die künstlerische Reise durch die Innen- und Außenwelten von acht Künstlern, die dieses gruselige Phänomen aus subjektiven Perspektiven erkunden:
Claudia Arndt | Martin Bartels | Julienne Jattiot | Susann Pönisch | Nadine Respondek | Thomas Siemon | Steve Viezens | Magda Voerster,
Der Begriff „Monstrum“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „Wunder“ oder „Missbildung“. Historisch wurde das Ungeheuer als Anomalie betrachtet, die das Bekannte sprengt und zugleich fasziniert. In der Kulturgeschichte sind Monstren Symbole für das Unbekannte, das Unerklärliche und das Angst-Einflößende, aber auch für das Staunen über die Vielfalt des Lebens.

Die teilnehmenden Künstler nähern sich dem Thema auf äußerst unterschiedliche Weise – von figurativen Darstellungen bis hin zu abstrakten Installationen. Dabei reflektieren sie nicht nur die historischen Bedeutungen, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Fragen rund um Identität, Andersartigkeit und Angst. Die Ausstellung lädt dazu ein, in eine Welt voller Wunder und Kuriositäten einzutauchen und die vielschichtige Faszination schräger Gestalten und wilder Welten zu entdecken sowie den Tönen aus fernen Galaxien zu lauschen.

Eröffnung: 30 Mai 2026, 18 Uhr
Ausstellung: 30. Mai - 20. Juni 2026

neurotitan
Rosenthaler Str, 39, 10178 Berlin

Frohe Pfingsten ...

... wünscht der Berliner Bibliophilen Abend allen Lesern dieses Blogs mit diesem Gruß unseres Mitglieds Bernd Friedrich, gedruckt mit historische Bleilettern sowie Klischees im experimentellen Handdruck.

Atelierbesuch bei corn.elius

Platzbedingt konnte corn.elius nur 12 Berliner Bibliophile in seinem Atelier empfangen, um über die Geschichte seiner Werkstatt und seines Verlags, sowie seines Werdegangs als Künstler und die Technik des Siebdrucks zu berichten.
Den Siebdrucks perfektionierte corn.elius, ursprünglich Plakatmaler in Pforzheim, in seiner dortigen Werkstatt in einem Wasserturm, wo nach zwei Wasserschäden auch der einprägsame Name „wasser im turm“ entstand, später war sein Atelier im Berliner Bethanien, dem Ort der von ihm gemeinsam mit Hanneke van der Hoeven veranstalteten artbook.berlin beheimatet und hat nun wieder in einem ein Wasserturm in Kreuzberg seinen Sitz, zugleich ein Verlag, in dem er eigene und Künstlerbücher mit Anderen verlegt. einer Werkstatt mit Kindern und einer „Galerie“, genauer einem Schaukasten mit einer wöchentlich wechselnden Grafik.
Und corn.elius präsentierte den Teilnehmern seine Arbeit als Künstler und Drucker und, obwohl einigen diese Technik keineswegs fremd war, lernten die Teilnehmer des Abend doch Neues zur Entwicklung vor Allem hinsichtlich der Farben, die heutzutage zur Verfügung stehen, aber auch zur experimentellen Umsetzung dieser Drucktechnik.
corn.elios, Fotos © ad
Als besonderes Erinnerungsstück nahmen die Anwesenden einen Probedruck aus einem im Entstehen begriffenen Buch zu Berliner Sehenswürdigkeiten mit, eine in einer 12er Auflage andersfarbig als in der entgölzigen Variante gedruckte Silhouette des Pergamon-Museums, noch ohne geplante Einfärbung von Wasser und Himmel und natürlich signiert.  
(weitere Fotos auf der Veranstaltungsseite des Berliner Bibliophilen Abend).

Ballspenden

Buch des Monats Mai 2026 der AG Sammlung Deutscher Drucke der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig ist eine „Ballspende“, ein im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke hat die Staatsbibliothek zu Berlin jüngst erworbenes handliches kleines Heft, das in jede Jackentasche passt: die Secessionistische Zeitung vom 17. April 1899, erschienen in Wien im Verlag des Wiener Journalisten- und Schriftsteller-Vereines „Concordia“.
„Ballspenden“ haben nichts mit Sport zu tun, sondern mit Festen und Tänzen! Bei einem Tanzball wurde die sogenannte Ballspende vom Veranstalter an die anwesenden Damen überreicht, eine Vorform des Werbegeschenks, allerdings in einer höchst kultivierten Form. Die Blütezeit der Ballspenden war in Wien – wo auch sonst?! – um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Der Inhalt besteht aus satirischen Prosatexten und Gedichten, die auf aktuelle, vor allem literarische Ereignisse Bezug nehmen. Schließlich wurde dieser Ball vom Journalisten- und Schriftsteller-Verein veranstaltet. Der Verein wurde 1859 gegründet und veranstaltet seit 1863 und bis heute regelmäßig seinen Concordia-Ball.
Worauf es aber eigentlich bei einer Ballspende ankommt, das findet sich hier ganz hinten auf dem letzten Blatt: Die Tanzkarte.
Diese Tanzkarte ist Ursprung und Hauptsache der Ballspende: Es handelt sich um eine Liste der Tänze, die bei dem Ball gespielt werden. Daneben ist Platz gelassen zum Eintragen der Herren, die den jeweiligen Tanz gewährt bekommen haben.
Diese Tanzkarte schafft der Dame nun ein ganz praktisches Problem: Wohin mit der Karte, woher einen Stift nehmen?
Deshalb haben sehr viele Ballspenden gleich alles dabei: Neben der Karte noch einen kleinen Bleistift und einen Haken zum Anhängen am Kleid.

Im Kulturwerk der Staatsbibliothek zu Berlin kann man derzeit Ballspenden im Original bestaunen oder virtuell hier.

(Silke Trojahn)

Staatsbibliothek zu Berlin / Stabi Kulturwerk
Unter den Linden 8, 10117 Berlin

Erinnerung an Werner Klemke

Werner Klemke (1917-1994), Gründungsmitglied der Pirckheimer-Gesellschaft, Kunstprofessor und ein toller Vater mit 5 Kindern.
Allein seine Buchgestaltung umfasst weit über 800 Titel. Dazu gehören Klassiker der Weltliteratur wie das »Decamerone«, die »Canterbury Tales«, »Fredmanns Episteln« oder die »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«, aber auch viele zeitgenössische Autoren, über 400 Titelbilder für das Magazin, Briefmarken, Theaterplakate, Prospekte, Bühnenbilder, Figurinen, Filmplakate, Abziehbilder, Entwürfe für Bleiverglasungen ...
Besonders bekannt sind seine Illustrationen von Kinderbüchern und -zeitungen: »Die Hausmärchen der Brüder Grimm«, »Hirsch Heinrich«, »Das Wolkenschaf«, die »Trommel«, »ABC-Zeitung«, sowie von Schulbüchern und der Fibel.Ausstellungseröffnung: 6. Juni 2026, 14 Uhr, in Anwesenheit seiner Tochter Christine Klemke

Bürgerbüro BSW Landesverband Berlin Pankow
Bizetstr. 124, 13088 Berlin

E.T.A. Hoffmann-Vortrag im Kleist Museum

Der aus Anlass des Erscheinens der zweiten Auflage des Titels der Frankfurter Buntbücher 57 am 12. Mai 2026 im Kleist-Museum gehaltene Vortrag von Jörg Petzel, dem ehemaligen stellvertretenden BBA-Vorsitzenden, kann ab sofort auf der Seite des Berliner Bibliophilen Abend durch Klick auf die obige Abb. nachgelesen werden.

Christian Ewald (1949 - 2026)

Christian Ewald ist in der Nacht vom 8. zum 9. Mai nach langer Krankheit für immer eingeschlafen.
1949 in Weimar geboren, war Christan Ewald nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer und Plakatmaler und einem Studium der Typografik und Gebrauchsgrafik an der FHS Berlin ab 1973 in verschiedenen Verlagen tätig. Seit 1976 war er Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR und arbeitete freischaffend für Film, Fernsehen, Verlage und kulturelle Institutionen.

Ich lernte Christian Ewald 1990 anlässlich der Gründung seines Verlags „Katzengraben-Presse", dem in einem der ältesten Häuser von Berlin Köpenick (erbaut 1683) „Anderthalbmann-Verlag bibliophiler Bücher“ kennen, in welchem als erster Titel das letzte Buch der DDR erschien, ausgeliefert am 2. Oktober 1990 um 23:59 Uhr.
Von da an trafen wir uns ständig und ich lernte seine offene, humorvolle Art und sein kenntnisreiches Urteil schätzen, sei es bei persönlichen Begegnungen oder in den Offenen Ateliers in Friedrichshagen, auf der Leipziger Buchmesse, der BuchDruckKunst in Hamburg und der artbook.berlin, sowie natürlich auf dem maßgeblich von ihm mitgestalteten Katzengraben-Fest in Köpenick. Und zu den Jahreswechseln erfreute er Mitstreiter für das Buch mit Neujahrskarten, immer erkennbar an der individuellen Besonderheit seines Verlages, dem „Faden“.

Sein Engagement für das gut gemachte Buch wurde durchaus zur Kenntnis genommen und wurde mit zahlrechen Preisverleihungen honoriert, so durch die "Stiftung Buchkunst", den Hauptpreis im "Cartoon-Wettbewerb Faber-Castell". oder mit dem Gewinn des Wettbewerbs der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar, nachzulesen u.a. in einem Beitrag von Helmut Garritzmann in den Marginalien Heft 256.

Mit dem Tod von Christian Ewald hat die bibliophile Gemeinde einen weiteren großen Verlust erlitten, er wird uns fehlen.

(Abel Doering)
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Abschied mit Urnenfeier in Berlin
Rathaus Friedrichshagen
am 19. Juni 2026 um 16.00 Uhr
Abschied und Kondolenz bis 19.30 Uhr
Bölschestraße 87, 12587 Berlin

Urnenbeisetzung in Weimar
Friedhofskapelle Weimar-Ehringsdorf
am 3. Juli 2026 um 13.30 Uhr
Hinter dem Friedhof, 99425 Weimar
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Trauerfeier für Roland R. Berger


Prof. Dr.
Roland R. Berger
ist am 4, April 2026
nach langer schwerer Krankheit
friedlich eingeschlafen.

Christel Berger
Anne Berger und Marc Berger
Lotte Reinke und Paul Berger
Undine Schneider



Die Urnenbeisetzung
und Trauerfeier
findet am Dienstag, den 2, Juni 2026,
um 12 Uhr
auf dem Friedhof Pankow III,
Am Bürgerpark 24
in 13156 Berlin
statt.

Rainer Ehrt - Preußens Luise

Eine Ausstellung in Potsdam zeigt Rainer Ehrts Zeichnungen, Illustrationen, Druckgraphik und ein Geschichts-Bilderbuch zum 250. Geburtstag der Königin Luise von Preußen.
Schwer zu sagen, ob Karl Popper mit seiner Feststellung »Die Weltgeschichte hat keinen Sinn« recht hat. Aber dass die Beschäftigung mit Geschichte Sinn ergibt, das zeigt Rainer Ehrt mit seiner Graphic Novel Preußens Luise, die er pünktlich zum 250. Geburtstag der preußischen Königin am 10. März 2026 vorlegt, auf ebenso aufschlussreiche wie vergnügliche Weise.
Ehrt ist Künstler, Autor und vielfach preisgekrönter Karikaturist, den seit Jahrzehnten die Auseinandersetzung mit Preußen nicht loslässt. 1960 in Elbingerode im Harz geboren, zog ihn preußische Geschichte und Kultur schon als Kind in ihren Bann. Sein umfangreiches Werk zu Preußen, an dem er rastlos weiterarbeitet, umfasst zahlreiche Bücher, großformatige Bilder, Zeichnungen und Plastiken. So hat sich Ehrt über die Jahre zu einem Chronisten Preußens entwickelt. In der Ausstellung sind Ehrt’s Illustrationen zu sehen.

Vernissage: 9. Mai 2026, 14 Uhr
Ausstellung: 9. Mai - 21. Juni 2026, Sa/So 14-17 Uhr

Belvedere auf dem Pfingstberg
Pomonatempel
Potsdam
48 Seiten, 21,5 x 30,2 cm, Hardcover
Euro 19.80
ISBN 978-3-910447-57-8

Es geht um das Buch!

Seit 2008 besteht die Kooperation zwischen dem Mediacampus Frankfurt und der Kurt Wolff Stiftung: Alle 9 Wochen stellt der Stiftungsvorstand sowie ein weiterer Verleger die KWS mit einem Verlag vor, diesmal als Online-Veranstaltung des Mediacampus «Buch, Handel und Demokratie» am 27. Mai 2026 von 19:00 bis 20:30 Uhr.
Nicht zuletzt die Ereignisse rund um die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises 2025 haben deutlich gemacht, wie wichtig Bibliodiversität ist und wie sehr sie bedroht ist.
Diese bezeichnet die kulturelle Vielfalt innerhalb des Verlags- und Buchhandelswesens und begründet, warum es unabhängig denkende und unabhängig handelnde Menschen in Buchhandlungen und Verlagen geben muss.
An diesem Abend stellen Sarah Käsmayr, Vorstandsmitglied der Kurt Wolff Stiftung, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend und Verlegerin des MaroVerlags, sowie Dietrich zu Klampen, Verleger des zu Klampen! Verlags, die notwendige Arbeit der Stiftung vor und berichten von der Freude und den Herausforderungen unabhängigen Publizierens, von ihrem Engagement für die Bibliodiversität.
Dietrich zu Klampen | Sarah Käsmayr

Frühlingslieder. Herstellungsanleitung samt Vaterschaftsnachweis

Im Kladderadatsch von 1885 findet sich auf S. 87 eine Anleitung zur Herstellung von Frühlingsliedern, die, nach dem üblichen Verfahren der Zeitschrift, ohne Verfasserangabe erschienen ist.
Text lesen durch Klick auf die Abb.
Nach Faktur, Inhalt und Stil muss der Text dem Autor Julius Stinde (1841-1905) zugeschrieben werden. Dieser hat in den „Äolsharfen“-Publikationen des Allgemeinen Deutschen Reimvereins unter dem Pseudonym Theophil Ballheim und unter der Maske des Inhabers einer Dicht-Lehr-Anstalt für Erwachsene zwischen 1886 und 1898 sechs Lehrbriefe veröffentlicht, in denen die Themen „Das Abendlied“, „Weihnachten“, „Realistische Sonette“, „Die Kunst des Schüttelreimens“ und „Der Sensationsroman“ behandelt werden.
Das Frühlingslied darf nun als Frühwerk und Vorläufer dieser Reihe von Veröffentlichungen angesehen werden und dem Text-Corpus zugefügt werden.

Der Stinde-Forscher Ulrich Goerdten, Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend, hat zu Stindes 150 Geburtstag im Jahre 1991 eine Sammlung dieser Texte in 50 Exemplaren herausgebracht, die in einer zweiten, durchgesehenen Auflage 1992 in 200 Exemplaren erschienen sind (Luttertaler Händedruck, Bargfeld, ISBN 3-928779-04-4). Eine dritte Auflage müsste den Text über die Frühlingsliederenthalten. Es wird sie aber nicht geben, da der Verlag seit 2017 nicht mehr existiert.
Der Originaltext der Herstellungsanleitung für Frühlingslieder ist im digitalisierten Kladderadatsch bei der Universität Heidelberg zu finden.
Die Kunst des Schüttelreimens“ gibt es als Kindle-Ausgabe kostenfrei.

BUCHSALON #9: Bernhard Garbert

Bernhard Garbert, Filmstill „Schmuddelbuch“, 2026 © Jane Garbert
In der Veranstaltungsreihe „Buchsalon | Bühne frei für das Buch“ der Kunstbibliothek dreht sich alles um das Buch. Maren Wienigk, Kuratorin der Sammlung Architektur und Ornament, und Michael Lailach, Kurator der Sammlung Buchkunst, sprechen mit ihren Gästen über neue und alte Bücher.

Das Medium Buch zieht sich mit Skizzenbüchern, Kladden und Künstlerbüchern durch das Œuvre des Künstlers Bernhard Garbert. Von besonderem Interesse ist für ihn nicht nur die visuelle Präsenz des Wortes und seiner Zeichnung, sondern auch die Beweglichkeit und Durchlässigkeit des Mediums Buch: das Vor- und Zurückblättern, das Durchscheinen und Durchdringen zwischen den Seiten und den Buchdeckeln. Wir sprechen mit Bernhard Garbert über die Bedeutung und Möglichkeiten des Mediums Buch in seiner Kunst.

19. Mai 2026, 20 Uhr
Kulturforum
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Tag des Offenen Ateliers Brandenburg

Zum Tag des Offenen Ateliers öffnen über 1000 Künstlerinnen und Künstler an über 730 Orten im Land Brandenburg ihre Türen.

Darunter z.B. Manfred Neumann, dessen Atelier in Frankfurt (Oder) 2024 Ziel eines Ausflugs des Berliner Bibliophilen Abend war
Atelier von Manfred Neumann, Frankfurt (O)
oder Julia und Rainer Ehrt in Kleinmachnow, im Jahr 2021 Ziel der Berlin/Brandenburger Pirckheimer nach kontaktlosen und vor allem kulturarmen Zeiten.
Rainer Ehrt /Julia Ehrt in ihren Ateliers in Kleinmachnow
2./3. Mai 2026
Land Brandenburg

Die Kunstbibliothek wünscht einen sonnigen und solidarischen 1. Mai!

Walter Crane, Solidarity of Labour, 1889

Berliner Schriftsteller erzählen

Bibliophiles des Monats ist im Mai ein Zeitdokument - die von vielen Autoren der DDR signierte Anthologie „Berliner Schriftsteller erzählen“.
Er erschien 1976 im Aufbau-Verlag, herausgegeben im Auftrag des Vorstandes des Bezirksverbandes Berlin des Schriftstellerverbandes der DDR und wurde den Delegierten der XI. Bezirksdelegiertenkonferenz Berlin der SED von Günter Görlich, Vors. des Bezirksverbandes, „mit einem herzlichen Dank für gute Leistungen bei der Verwirklichung der Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED und bei der Entwicklung neuer Initiativen  zu Ehren des IX. Parteitages der SED“ übergeben.
Das Vorwort von Werner Neubert ist datiert „Berlin, 3, Januar 1976, am Tag des 100. Geburtstages von Wilhelm Pieck“.
Arno Mohr, Junges Paar im Treptower Park, Lithografie
Der Band enthält Texte von Autoren der Hautstadt der DDR, wie Ludwig RennAnna SeghersErwin StrittmatterStephan HermlinKarl-Heinz Jakobs und Volker Braun, von Erwin Strittmatter, Jo Schulz und Dieter Noll als Vorabveröffentlichung aus unvollendeten Romanen.
Anlässlich eines Leseabends im gerade eingeweihten Palst der Republik versahen zahlreiche Schriftsteller, darunter Uwe BergerWieland HerzfeldeJan KoplowitzHarald HauserRuth KraftHelmut BaierlHeinz KnoblochHermann KantEberhard PanitzFritz Rudolf FriesSarah KirschUwe KantWalter KaufmannGünter GörlichGerhard Holtz-BaumertHorst BastianWolfgang KohlhaaseBenito WogatzkiAlexander AbuschHelmut HauptmannHeinz Kahlau und Gabriele Eckart ihre Beiträge mit einer Signatur.
Illustriert wurde der Band von den Berliner Künstlern Kurt Zimmermann, Herbert Sandberg, Fritz Duda, Ronald Paris (farbig), Peter Edel, Theo Balden, Peter Hoppe, Heinrich Teßmer, Arno Mohr und Helmut Diehl.
Ronald Paris, Spanien 75, Aquarellzeichnung
Der Band mit 278 Seiten im Format 8° (20,5 x 14,5 cm), der auch im Buchhandel zum Preis von 6 Mark verkauft wurde, ist mit Farbkopfschnitt in rotes Kunstleder eingebunden, die Einbandgestaltung übernahm Heinz Helmis.
Herbert Sandberg, Aus dem Kommunistischen Manifest, Linolschnitt

(Fast) frisch aus der Druckerpresse – Neuerscheinungen 1926

Die Veranstaltungsreihe „(Fast) frisch aus der Druckerpresse“ der der Staatsbibliothek zu Berlin widmet sich, bereits zum dritten Mal, Romanveröffentlichungen, deren Lektüre auch hundert Jahre nach ihrem ersten Erscheinen noch lohnt. Wie jedes Mal liest die Schauspielerin Maria Hartmann zum Vortrag Passagen aus dem Jubiläumswerk.
A modern printing press is demonstrated at the London School of Printing and Kindred Trades. Circa 1950
Britannica ImageQuest. Mirrorpix \ Universal Images Group
30. April 2026, 19 Uhr
Monika Raič: Bücher stehlen, Literatur neu erfinden: Roberto Arlt - „El juguete rabioso
Der jugendliche Held Silvio Astier, Sohn mittelloser Einwanderer, Schulabbrecher und Bücherdieb, träumt davon, ein neuer Edison, Napoleon, Baudelaire oder Rocambole zu werden. Doch seine Erfolgsfantasien scheitern an den widersprüchlichen gesellschaftlichen Strukturen im Buenos Aires des frühen 20. Jahrhunderts.
Roberto Arlt erzählt diesen Entwicklungsroman in einer Sprache, deren Wirkung er selbst als „Kinnhaken“ beschrieb. Sein Text begegnet dem literarischen Kanon nicht ehrfürchtig, sondern greift diebisch nach ihm und verschiebt Literatur in gesellschaftliche Räume jenseits der Bürgerlichkeit. Um den Gang der Literaturgeschichte zu verändern, betritt Arlt die literarische Bühne Argentiniens und setzt eine Umverteilung des gesellschaftlichen Werts der Literatur in Bewegung.


28. Mai 2026, 19 Uhr
Bettina Kaibach: Die Ukraine in Flammen: Isaak Babel „Die Reiterarmee
Die Skizzen aus dem polnisch-sowjetischen Krieg, den Babel als Kriegsberichterstatter miterlebte, machten den jüdischen, im ukrainischen Odessa geborenen und auf Russisch schreibenden Autor auch außerhalb der Sowjetunion schlagartig berühmt. Wie kein anderer vermochte Babel die Widersprüche der Revolution, in deren Namen er mit der Roten Kavallerie in den Krieg zog, ins Bild zu fassen: hier die utopische Verheißung einer besseren Welt, dort das ungeheure Leiden, mit dem die Zivilbevölkerung für das vermeintliche Glück bezahlte.
Für die hereinbrechende neue Welt eine neue Sprache zu finden, sah Babel als seine schriftstellerische Aufgabe an, eine Sprache, die geprägt ist durch Intensität des Erlebnisses, poetische Dichte und bedrängende Bildkraft.


25. Juni 2026, 19 Uhr
Michael Scheffel: „Einander Traumlos nah“: Arthur Schnitzler „Traumnovelle

7. Juli 2026, 19 Uhr
Amy MohrWilla Cather „My Mortal Enemy“ – eine Novelle des amerikanischen Modernismus

Im magischen Bildergarten des OLAF HAJEK

In der Brandenburger „Kinder- und Jugendgalerie Sonnensegel“ eröffnete die Ausstellung „Im magischen Bildergarten des OLAF HAJEK“ (25. April – 19. Juni 2026). Matthias Frohl sprach einführende Worte zum Schaffen des Kündstlers, musikalisch begleitet von Sebastian Pietsch am Saxophon und Thoralf Pötsch an der Gitarre.
Olaf Hajek ist ein virtuoser Illustrator und Geschichtenerzähler. Auf kleinformatigen Acrylmalereien zündet der Künstler in handwerklicher Perfektion ein Feuerwerk von optischen Eindrücken und Bildeinfällen. Selten wurden Blumen, Obst und selbst Gemüse so phantasievoll in barocker Üppigkeit inszeniert. In Kombination mit einer heiteren Figurenstaffage wirken die floralen Illustrationen wie der Blick in eine Theaterkulisse aus vergangenen Zeiten. Die Arbeiten entstanden für den Prestel-Verlag und wurden in drei erfolgreichen Kunst- Bilderbüchern veröffentlicht. The New York Times, The Guardian, Forbes, Rolling Stone, Süddeutsche Magazin und der Stern sind weitere Auftraggeber, die regelmäßig und gern auf den Bildkosmos von Olaf Hajek zurückgreifen. Die Illustrationen und freien Arbeiten des Künstlers waren u. a. schon in Einzelausstellungen Hamburg, München, Berlin, Atlanta und Kapstadt zu sehen. Nun haben auch die Brandenburger und ihre Gäste, die Gelegenheit durch diesen ganz besonderen Bildergarten zu spazieren.
(Matthias Frohl)
Fotostrecke zur Vernissage durch Klick auf eine der Abbn.

Dante Alighieri – eine Spurensuche

Innerhalb der Veranstaltungsreihe „Im Fokus: Auf Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen“ der Staatsbibliothek zu Berlin geht es auf Spurensuche zu Dante Alighieri.
Der Florentiner zählt zu den meistgelesenen und -rezipierten Autoren des europäischen Mittelalters. Seine literarische Reise in die Jenseitsbereiche Hölle, Fegefeuer und Paradies in seiner Göttlichen Komödie katapultierte ihn in den Kanon der Weltliteratur. Dante war der erste Romanist, Vater der italienischen Literatur und stilbildend für die Lyrik. Er führte ein Laienpublikum an die Philosophie heran. Die Staatsbibliothek verfügt über geradezu himmlische Dante-Bestände, aus denen eine kleine Auswahl gezeigt wird.

20. Mai 2026, 16 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin
Raum Oxford
Unter den Linden 8, 10117 Berlin